BASF, Evonik, Lanxess
Wenn Chemiemanager gute Laune haben

Obwohl der Branchenverband VCI kürzlich seine Erwartung für dieses Jahr heruntergeschraubt hat, strotzen die Chemiemanager hierzulande vor Optimismus, zeigt eine Umfrage. Hingegen vernachlässigen sie die Digitalisierung.

DüsseldorfIn der deutschen Chemieindustrie waren zuletzt viele Moll-Töne zu vernehmen: Der Branchenverband VCI reduzierte angesichts des Preisdrucks die Prognose für das laufende Jahr. BASF hat ebenfalls seine Erwartungen heruntergeschraubt – auf mittlere Sicht gibt der Konzern nun gar keine genaue Prognose mehr ab. Zu schwankungsreich sind die Märkte geworden, zu unsicher ist die konjunkturelle Entwicklung in China, zu hoch sind die Überkapazitäten in vielen Segmenten der weltweiten Chemiebranche.

Da überraschen die aktuellen Ergebnisse eines Stimmungsbarometers, das die Fachzeitschrift „Chemanager“ mit der Managementberatung Camelot erstellt. Zweimal im Jahr befragen sie mehr als 200 Top-Entscheider der deutschen Chemiebranche aus Großkonzernen sowie mittelständischen Firmen. Die Herbstumfrage 2015, die dem Handelsblatt vorliegt, ergibt: Die Manager prophezeien ein starkes Jahr 2016 und bewerten den Standort Deutschland so gut wie lange nicht mehr.

84 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Umsatzsteigerung in ihrem Unternehmen, drei Viertel gehen zudem von einem besseren Gewinn aus. Das sind deutlich mehr als bei der gleichen Befragung vor einem Jahr.

Dieser Optimismus dürfte vor allem von Seiten der Spezialchemiehersteller kommen. Große Anbieter wie etwa Lanxess aus Köln haben sich von ihren Krisen erholt oder wachsen wie Evonik aus Essen weiter sehr stark. Das gilt besonders für die Segmente, die weniger direkt vom Ölpreis abhängen und hohe Margen liefern. Bei Evonik ist dies etwa der gesamte Bereich der Inhaltsstoffe für Tierfutter. Spezialprodukte machen einen großen Teil der deutschen Chemie aus und sind ihre Stärke auf dem Weltmarkt.

In der Massenchemie hingegen geraten die deutschen und europäischen Anbieter weiter unter Druck. Dort ist in vielen Segmenten der Preisdruck anhaltend hoch. Neue Konkurrenten aus dem Mittleren Osten und Asien drängen hier auf dem Markt, sie verfügen über den billigen Zugang zum Öl und erstellen Anlagen mit riesigen Kapazitäten. Aus diesen Segmenten ziehen sich die Europäer mehr und mehr zurück.

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Mangel an neuen Geschäftsmodellen und Start-ups

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