BASF
Explosionsunglück belastet den Gewinn

Die schwere Explosion im Stammwerk Ludwigshafen wird sich auf das Ergebnis von BASF auswirken. Der Konzern will nun Details zur Ursache des Unglücks präsentieren. Bereits im abgelaufenen Quartal ist der Gewinn gesunken.
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LudwigshafenBeim Chemiekonzern BASF hinterlässt das verheerende Explosionsunglück vor zehn Tagen in Ludwigshafen auch Spuren in der Bilanz. BASF geht davon aus, dass die Einschränkungen in der Logistik und Versorgung infolge des Brands im Landeshafen Nord das Ergebnis des Geschäftsjahres belasten werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das führe aber nicht zu einer Änderung des Ausblicks.

Für 2016 rechnen die Kurpfälzer unverändert mit einem Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen leicht unter Vorjahresniveau – darunter versteht der Vorstand ein Minus von bis zu zehn Prozent. „Im derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld sowie angesichts des Brands vom 17. Oktober und seiner Folgen bleibt dies ein anspruchsvolles Ziel“, sagte Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel.

Bei dem Unglück am 17. Oktober starben drei Menschen, 30 Menschen wurden verletzt. Während der Arbeiten an einer Rohrleitung war es zu einem Brand und später zu Explosionen von brennbaren Flüssiggasen gekommen. Grund ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft womöglich ein Einschnitt an einer Rohrleitung, in der sich brennbares Raffinat befunden hat.

An einer benachbarten Leitung seien zu diesem Zeitpunkt Wartungsarbeiten durch eine Fremdarbeitsfirma im Gange gewesen. Der mutmaßliche Verursacher des Einschnitts an der Rohrleitung sei ein Mitarbeiter der Fremdarbeitsfirma. Die Klärung der Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion erfordern Angaben der Staatsanwaltschaft aber weitere umfangreiche Ermittlungen.

Der BASF-Vorstand will am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz Informationen zu den Auswirkungen des Unglücks veröffentlichen. Für das Gesamtjahr bekräftigte er auch die Prognose, wonach der Umsatz wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging, deutlich zurückgehen wird. Vorläufige Zahlen für das dritte Quartal hatte die Firma bereits Mitte Oktober veröffentlicht. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen sank um gut fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Der Umsatz fiel binnen Jahresfrist um knapp ein Fünftel auf 14 Milliarden Euro, was überwiegend auf die Trennung vom Gashandels- und Speichergeschäft zurückzuführen ist. Dazu tragen aber auch die niedrigeren Öl- und Gaspreise bei. Allerdings rechnet BASF nun in diesem Jahr mit einem Ölpreis von 45 (bislang: 40) Dollar pro Barrel im Jahresdurchschnitt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostet derzeit rund 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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