Auf dieser Basis wird die BASF-Aktie an der Börse mit dem Zwölffachen des erwarteten Gewinns gehandelt – eine Bewertung, die nach Einschätzung Hambrechts den längerfristigen Perspektiven nicht gerecht wird. Sie wird gebremst unter anderem von Befürchtungen, dass eine Welle neuer Petrochemie-Kapazitäten im mittleren Osten zu einem branchenweiten Verfall der Margen führen könnte.
Dieser klassische Chemiezyklus, der von Geschäft mit dem Basisprodukt Ethylen und starken Ertrags-Schwankungen geprägt wird, spielt aus Sicht des BASF-Chefs für den Konzern nur noch eine ganz untergeordnete Rolle. „Den Chemiezyklus gibt es eigentlich gar nicht mehr“, sagt er. Durch verstärkte Forschungsinvestitionen und die Zukäufe der letzten Jahre – darunter der Katalysatorenhersteller Engelhard und die Degussa Bauchemie – habe sich das Geschäft von BASF vielmehr stark in Richtung Spezialitäten verlagert. Bei diesen Chemieprodukten wird der Wettbewerb nicht mehr alleine über den Preis ausgetragen. Technische Eigenschaften und Kundenbeziehungen spielen eine stärkere Rolle.
Die jüngste Neuordnung des BASF-Konzerns, mit der zwei neue Unternehmensbereiche für Funktions- und Performance-Produkte etabliert wurden, soll eine noch stärkere Kundenorientierung der Geschäfte ermöglichen. Darüberhinaus hofft Hambrecht aber auch, mit der neuen Struktur die Rolle der BASF als Spezialitätenanbieter besser gegenüber Investoren und Analysten darstellen zu können.
Den Kurs in Richtung „Hightech-Unternehmen“ werde man zielstrebig fortsetzen, auch mit Zukäufen. „Dank unserer soliden Finanzstruktur“, so Hambrecht, „können wir weiterhin jede Akquisition stemmen, die unseren strengen Kriterien erfüllt.“

