BASF-Jahresbilanz

Der Chemieriese geht auf Schrumpfkurs

Das abgelaufene Jahr hat BASF mit einem Gewinneinbruch abgeschlossen. Und auch für 2016 rechnet der Chemiekonzern mit einem deutlich sinkenden Umsatz. Trotzdem will BASF mehr Geld an die Aktionäre ausschütten.
Update: 26.02.2016 - 07:59 Uhr
Der Konzern rechnet für 2016 mit sinkenden Umsätzen. Quelle: dpa
BASF-Stammsitz in Ludwigshafen

Der Konzern rechnet für 2016 mit sinkenden Umsätzen.

(Foto: dpa)

LudwigshafenDer Chemieriese BASF warnt angesichts der Konjunkturabkühlung in China und des Ölpreisverfalls vor einem weiteren Ergebnisrückgang. „Das Jahr hat verhalten begonnen, vor allem infolge einer schwachen Mengenkonjunktur in China“, sagte Vorstandschef Kurt Bock am Freitag in Ludwigshafen. „Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen weiter.“ Für 2016 rechnet BASF mit einem Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen leicht unter Vorjahresniveau. „Dies ist in dem derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig“, betonte Bock.

Die Aktionäre will Bock trotz des Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr mit einer höheren Dividende bei der Stange halten. Sie sollen für 2015 eine um zehn Cent höhere Ausschüttung von 2,90 Euro je Aktie erhalten. Und das, obwohl der Überschuss 2015 um knapp 23 Prozent auf fast vier Milliarden Euro fiel. Wegen Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft brach der Betriebsgewinn um 1,4 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro ein – diese Hiobsbotschaft hatte BASF schon im Januar verkündet. Der bereinigte Betriebsgewinn fiel um 8,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro.

Im laufenden Jahr erwartet BASF einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Trennung vom Gashandelsgeschäft, das kürzlich in einem Milliarden-Tauschgeschäft an die russische Gazprom ging. Der Konzern hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von gut fünf Prozent auf 70,4 Milliarden Euro verdauen müssen. Analysten gehen im Schnitt für 2016 von einem Umsatz von 60,3 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 6,3 Milliarden aus. BASF gilt als Konjunkturbarometer, da der Konzern fast alle anderen Industriezweige beliefert.

Die Ludwigshafener stehen unter Druck: In den USA schmieden die beiden größten Chemieunternehmen Dow Chemical und DuPont einen neuen Branchengiganten, der BASF zumindest zeitweise vom Thron des Weltmarktführers stoßt. Nach dem Zusammenschluss soll der neue Konzern allerdings wieder in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden. Diese sollen sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren. Bock hat bislang nicht das Übernahmefieber gepackt, die Erwartungen an ihn steigen aber, bei Übernahmen stärker mitzumischen.

Öl aus Libyen, Styropor und die Kompaktkassette
Firmengründer Friedrich Engelhorn
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Der Leuchtgasfabrikant Friedrich Engelhorn gründet im April 1865 in Mannheim mit Partnern die Aktiengesellschaft „Badische Anilin- & Soda-Fabrik“ (BASF). Sie soll aus Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe gewinnen. Doch Mannheim bleibt Engelhein nur sehr kurz treu.

Konzession
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Denn Subventionen locken ihn schon unmittelbar nach Gründung nach Ludwigshafen. Datiert auf den 8. Mai 1865 ist eine Konzession für die Badische Anilin- und Soda-Fabrik.

BASF-Stammwerk 1866
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In den Anfangstagen reichte das Werk in Ludwigshafen noch nicht bis ans Rhein-Ufer. Doch die Schlote qualmten auch damals schon.

Auslandsexpansion
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Auch die Auslandsexpansion gehört schon früh zur Geschäftsstrategie von BASF. Das Bild zeigt eine Fabrik in Moskau im Jahr 1877.

Stammwerk Ludwigshafen, 1881
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Schon wenige Jahre nach der Gründung folgen die ersten Zukäufe. Sehr schnell übernehmen neben den Kaufleuten die Chemiker und Ingenieure eine tonangebende Rolle im Unternehmen – und treiben die Expansion mit bahnbrechenden Neuerungen voran, mit Herstellverfahren etwa für Farbstoffe, Schwefelsäure oder später dem Haber-Bosch-Verfahren, das die Düngemittelproduktion revolutionierte.

Werk in Ludwigshafen, 1901
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Das rasante Wachstum der Firma lässt sich am Wachstum des Werksgeländes in Ludwigshafen ablesen.

Forschung wird zum Erfolgsfaktor
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Aufbau einer Produktionsanlage im Jahr 1913 in Oppau, nahe Ludwigshafen. Ab 1908 beginnt die BASF nach grundlegenden Arbeiten des Karlsruher Professors Fritz Haber unter Leitung von Carl Bosch mit der Realisierung der Ammoniaksynthese im industriellen Maßstab.

  • rtr
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