BASF
Ludwigshafener starten eine Aufholjagd

Der Chemiekonzern BASF schafft einen Gewinnsprung. Dank des guten Geschäfts mit Basischemikalien können die Ludwigshafener den Einbruch im Öl- und Gasgeschäft kompensieren. Chef Kurt Bock ist „verhalten optimistisch“.
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LudwigshafenNach zwei Jahren mit rückläufigen Erträgen schwenkt BASF wieder auf Wachstumskurs. Allerdings dürfte der Zuwachs nach den jüngsten Prognosen des Chemiekonzerns der Erträge nur moderat ausfallen. BASF-Chef Kurt Bock stellt eine deutliche Umsatzsteigerung, aber nur eine leichte Verbesserung des Betriebsgewinns vor Sondereinflüssen in Aussicht. Das deutet nach der Terminologie des Konzerns auf mehr als fünf Prozent Umsatzwachstum und eine Ertragssteigerung von ein bis zehn Prozent hin.

Mit den Zahlen für das abgelaufene Jahr 2016 haben die Ludwigshafener die eigenen Prognosen wie auch die Erwartungen der Analysten nahezu exakt getroffen. Die Geschäftsentwicklung ist geprägt von einem 18-prozentigen Rückgang des Umsatzes auf nur noch 57,5 Milliarden Euro, einem stagnierenden Betriebsgewinn von 6,3 Milliarden Euro und einem leichten Anstieg des Nettogewinns (nach Anteilen Dritter) auf 4,1 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn schrumpfte um sechs Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

Ausschlaggebend dafür war vor allem ein massiver Einbruch im Öl- und Gasgeschäft, wo der Umsatz um fast 80 Prozent schrumpfte und das bereinigte Betriebsergebnis um 62 Prozent auf nur noch 517 Millionen Euro. Neben dem kräftigen Ölpreisrückgang trug dazu auch der Verkauf des Gashandelsgeschäfts an den russischen Partner Gazprom bei. Dieses Geschäft lieferte 2015 noch etwa zehn Milliarden Euro Umsatz und 260 Millionen Euro Ebit für den Chemieriesen.

Die vier Chemie-Segment der BASF dagegen entwickelten sich 2016 überwiegend positiv. Nur die Sparte Chemikalien, in der das Geschäft mit Grundprodukten gebündelt ist, verbuchte einen leichten Ergebnisrückgang von vier Prozent. Hier wirkten sich hohe Anlaufkosten für die in den vergangenen Jahren errichteten Neuanlagen negativ aus. Nicht zuletzt die erheblichen Verzögerungen bei einer Großanlage für das Kunststoff-Vorprodukt TDI dürften das Ergebnis gebremst haben.
Die Agrochemiesparte stagnierte bei 1,1 Milliarden Euro bereinigtem Betriebsgewinn.

Die übrigen Chemiesparten dagegen, die das Geschäft mit höher veredelten Chemieprodukten umfassen, lieferten 2016 fast durchweg höhere Erträge. In der Summe steigerte das BASF-Chemiegeschäft (ohne Öl und Gas) damit den bereinigten Betriebsgewinn um knapp acht Prozent. Die operative Marge im Chemiegeschäft verbesserte sich damit von 9,4 auf 10,6 Prozent. Hier schlugen sich neben einer anziehenden Nachfrage offenbar auch die Effizienzmaßnahmen der vergangenen Jahre positiv nieder.

Ertragsmäßig ist BASF damit wieder fast vollständig zu einem reinen Chemiekonzern geworden. Die Öl- und Gassparte, die in der Vergangenheit noch rund 18 Prozent der Erlöse und gut ein Fünftel der Erträge geliefert hat, steuerte 2016 nur noch fünf Prozent zum Umsatz und acht Prozent zum operativen Ergebnis bei.

Alles in allem dürfte sich der Ludwigshafener Konzern mit seinem Chemiegeschäft sogar etwas besser entwickelt haben als die gesamte Branche. Die großen westlichen Chemiekonzerne, die bisher Zahlen vorlegt haben, wiesen im Schnitt einen in etwa stagnierenden Betriebsgewinn aus, wobei die Ergebnisse allerdings durch viele Sondereffekte und eine große Bandbreite gekennzeichnet sind. Die Spanne reicht von rund 100 Prozent Ertragszuwachs bei der Bayer-Tochter Covestro und der niederländischen DSM bis hin zu mehr als 50 Prozent Gewinnrückgang beim amerikanischen Farbstoffhersteller PPG.

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