BASF schaut auf Degussa: Begehrte Bauchemie

BASF schaut auf Degussa
Begehrte Bauchemie

Was macht die Bauchemie von Degussa, die im Rahmen der vollständigen Übernahme durch die Essener RAG zum Verkauf steht, so interessant? Und vor allem so teuer? Im Bieterwettstreit – wenn es überhaupt darauf hinausläuft – werden mittlerweile 2,8 Milliarden Euro als Übernahmepreis genannt.

DÜSSELDORF. BASF wird wohl das Rennen machen. Einmal verfügt der Ludwigshafener Chemiekonzern über entsprechende liquide Mittel, um dem ehemaligen Wirtschaftsminister und heutigen RAG-Chef Werner Müller bei seinen Börsenplänen für RAG zu helfen. Zum anderen würde auch der Degussa-Geschäftsbereich gut zu BASF als Ergänzung passen. Aber vor allem unterstützen die Arbeitnehmervertretungen von Degussa die strategische Übernahme durch BASF. Schließlich geht es bei Degussa um 7 400 Arbeitslätze; und die Verantwortung dafür würde man nicht so gerne bei einem Finanzinvestor sehen.

BASF ist bekanntlich auf der Suche nach Märkten mit Entwicklungsmöglichkeiten. Der weltweite Markt mit Bauchemikalien besitzt eine Größe von rund 13 Milliarden Euro und ist aufgrund eines jährlichen Wachstums von vier Prozent, relativ konjunkturrobusten Margen und hohen Innovationspotenzialen attraktiv. Durch den Erwerb würde BASF rasch einen Zugang zu weiteren Industriekunden und Endverbrauchern erhalten. BASF-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Kreimeyer sieht in der Kombination der Chemie-Expertise von BASF mit dem umfassenden Anwendungs-Knowhow von Degussas Bauchemie eine passende Erweiterung der BASF-Aktivitäten: „Als Markt- und Technologieführer sowie größter Anbieter bauchemischer Produkte ist Degussa ein weltweit bedeutender Partner der Baubranche. Gemeinsam mit unseren eigenen Aktivitäten können wir neue Wachstumspotenziale ausschöpfen. Dabei setzen wir auf die globale Aufstellung des Geschäfts, die Präsenz insbesondere in den wichtigen Wachstumsmärkten Nordamerika und Asien sowie auf die fundierten Kenntnisse und die Innovationsstärke der Mitarbeiter.“

Degussa Bauchemie mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Euro und einem Ebit von 201 Mill. Euro (Zahlen des Jahres 2004) vertreibt rund 40 000 Produkte in zwei Segmenten: „Admixture Systems“ und „Construction Systems“.. Pro Jahr werden mehr als 100 neue Produkte entwickelt und in den Markt eingeführt. Die Geschäftsbereiche der Admixture Systems umfassen Produkte und Systemlösungen für die Betonbranche. Kunden sind die Hersteller von Transportbeton, Betonfertigteilen, Betonwaren sowie Bauunternehmen, die im Berg- und Untertagebau aktiv sind. Technologien der Admixture Systems sorgen für bessere Betoneigenschaften. Die Geschäftsbereiche der Construction Systems sind in den Bereichen Ausbau, Böden, Fassaden, Farben und Lacke sowie Dehnfugen aktiv. Kunden der Construction Systems sind Handwerker, Verarbeiter, Bauunternehmer und Händler, die spezialisiert sind auf die Sanierung von Beton und Mauerwerk, auf Abdichtungs-, Versiegelungs- und Klebesysteme, auf Fliesenverlegung, Sport- und Performance-Böden, Wand- und Fassadenbeschichtungen, Wärmedämmverbundsysteme und Dehnfugen.

Die BASF liefert chemische Vorprodukte an die Bauchemie, insbesondere an Formulierer von Bauchemie-Produkten. Funktionale Polymere der BASF verbessern die Fließfähigkeit von Beton, erhöhen seinen äußeren Schutz oder helfen bei der Betonsanierung. Weitere Einsatzgebiete für Funktionale Polymere sind Fliesenklebstoffe, Bodenbelagsklebstoffe, Dichtstoffe, Wasserdampfsperren oder auch Grundierungen. In Latentwärmespeichern werden Funktionale Polymere zum Temperaturmanagement eingesetzt. Weitere BASF-Bauchemikalien sind zum Beispiel Holzschutzlacke oder Polyurethansysteme für Montagezwecke.

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