BASF-Tochter
Wintershall fördert wieder Öl in Libyen

Die BASF-Tochter Wintershall hat ihre Ölförderung in Libyen wieder aufgenommen. Das Kasseler Unternehmen hatte sie wegen der Aufstände heruntergefahren, jetzt funktioniert die Infrastruktur aber offenbar wieder.
  • 1

FrankfurtDie Kasseler Öl- und Gasgesellschaft Wintershall hat ihre Ölförderung in der libyschen Wüste wieder gestartet. „Wir haben kurz nach Start eine Förderung von rund 20.000 Barrel pro Tag erreicht. Diese Produktionsmenge gilt es jetzt technisch zu stabilisieren“, erklärte Wintershall-Chef Rainer Seele am Dienstag in einer Mitteilung der Tochter des Chemieriesen BASF. Die Infrastruktur für den Transport des Öls an die Mittelmeerküste funktioniere.

Im Februar hatte der Konzern wegen der Kämpfe seine Ölförderung aus den acht Feldern in der libyschen Wüste südöstlich der Hauptstadt Tripolis gestoppt. Das hatte sich auch auf die Bilanz des Mutterkonzerns BASF ausgewirkt. Wintershall hatte zuvor 100.000 Barrel Öl pro Tag in Libyen gefördert. Diese Spitzenförderung soll nach früheren Angaben in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder erreicht werden. BASF hatte im vergangenen Jahr aus dem Libyen-Geschäft einen Nachsteuergewinn von 70 Millionen Euro erzielt. An der Produktion auf dem libyschen Festland ist der russische Gasriese Gazprom mit 49 Prozent beteiligt.

Auf der Off-Shore-Plattform Al Jurf vor der libyschen Küste im Mittelmeer läuft die Förderung bereits seit einigen Wochen wieder. Wintershall arbeitet dabei mit der nationalen Ölgesellschaft Mabruk Oil und dem französischen Unternehmen Total zusammen.

Der Eigenbedarf des nordafrikanischen Landes liegt bei rund 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag. Wintershall fördert seit 1958 Erdöl in Libyen und investierte dort über zwei Milliarden US-Dollar.

Im September hatten der italienische Konzern ENI und Total aus Frankreich die Ölproduktion in Libyen wieder aufgenommen. Täglich würden knapp 32.000 Barrel Öl im Ölfeld Abu-Attifel produziert, teilte ENI mit. Die Italiener fördern seit 1959 Öl in Libyen und sind der größte ausländische Produzent im Land.

Libyen verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen Afrikas. Im vergangenen Jahr nahm das Land durch Öl- und Gasexporte 40 Milliarden Dollar ein. Nach Angaben von Experten könnte es rund ein Jahr dauern, bis die Ölproduktion wieder 1,6 Millionen Barrel täglich beträgt. So viel Öl war in Libyen vor Ausbruch des Bürgerkriegs gefördert worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " BASF-Tochter: Wintershall fördert wieder Öl in Libyen "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Gar nicht blöd von BASF in der unsicheren Region den Kremel-Konzern Gazprom als Partner ins Boot zu holen.
    Franzosen und Briten sind ja immer schnell dabei deutschen Unternehmen die Butter vom Brot zu nehmen, aber bei Gazprom haben wohl auch Sarkozy und Co Respekt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%