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BASF-Tochter: Wintershall fördert wieder Öl in Libyen

Die BASF-Tochter Wintershall hat ihre Ölförderung in Libyen wieder aufgenommen. Das Kasseler Unternehmen hatte sie wegen der Aufstände heruntergefahren, jetzt funktioniert die Infrastruktur aber offenbar wieder.

Das Verteilerkreuz einer Ölleitung der Firma Wintershall in Libyen. Quelle: dpa
Das Verteilerkreuz einer Ölleitung der Firma Wintershall in Libyen. Quelle: dpa

FrankfurtDie Kasseler Öl- und Gasgesellschaft Wintershall hat ihre Ölförderung in der libyschen Wüste wieder gestartet. „Wir haben kurz nach Start eine Förderung von rund 20.000 Barrel pro Tag erreicht. Diese Produktionsmenge gilt es jetzt technisch zu stabilisieren“, erklärte Wintershall-Chef Rainer Seele am Dienstag in einer Mitteilung der Tochter des Chemieriesen BASF. Die Infrastruktur für den Transport des Öls an die Mittelmeerküste funktioniere.

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Im Februar hatte der Konzern wegen der Kämpfe seine Ölförderung aus den acht Feldern in der libyschen Wüste südöstlich der Hauptstadt Tripolis gestoppt. Das hatte sich auch auf die Bilanz des Mutterkonzerns BASF ausgewirkt. Wintershall hatte zuvor 100.000 Barrel Öl pro Tag in Libyen gefördert. Diese Spitzenförderung soll nach früheren Angaben in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder erreicht werden. BASF hatte im vergangenen Jahr aus dem Libyen-Geschäft einen Nachsteuergewinn von 70 Millionen Euro erzielt. An der Produktion auf dem libyschen Festland ist der russische Gasriese Gazprom mit 49 Prozent beteiligt.

Ausländische Energiekonzerne in Libyen

  • Ausländische Energiekonzerne in Libyen

    Die tägliche Ölproduktion ausländischer Energiekonzerne in Libyen, Stand 2009. (Quelle: Evaluate Energy)

  • ENI

    Der italienische Konzern förderte 2009 täglich rund 105.000 Barrel Rohöl.

  • Wintershall

    Die Produktion der BASF-Tochter Wintershall lag bei 100.000 Barrel pro Tag.

  • Total

    Die Fördermenge des französischen Ölkonzerns betrug rund 60.000 Barrel.

  • Conoco Phillips

    Der US-Konzern Conoco Phillips förderte täglich 45.000 Barrel.

  • Repsol

    Bei Repsol aus Spanien waren es noch 35.000 Barrel.

  • Hess

    Hess (USA) förderte knapp über 20.000 Barrel.

  • Suncor

    Die Produktionsmenge von Suncor aus Kanada lag 2009 bei rund 15.000 Barrel pro Tag.

  • Occidental

    Auf den selben Wert von täglich 15.000 Barrel kommt Occidental aus den USA.

Auf der Off-Shore-Plattform Al Jurf vor der libyschen Küste im Mittelmeer läuft die Förderung bereits seit einigen Wochen wieder. Wintershall arbeitet dabei mit der nationalen Ölgesellschaft Mabruk Oil und dem französischen Unternehmen Total zusammen.

Der Eigenbedarf des nordafrikanischen Landes liegt bei rund 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag. Wintershall fördert seit 1958 Erdöl in Libyen und investierte dort über zwei Milliarden US-Dollar.

Im September hatten der italienische Konzern ENI und Total aus Frankreich die Ölproduktion in Libyen wieder aufgenommen. Täglich würden knapp 32.000 Barrel Öl im Ölfeld Abu-Attifel produziert, teilte ENI mit. Die Italiener fördern seit 1959 Öl in Libyen und sind der größte ausländische Produzent im Land.

Libyen verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen Afrikas. Im vergangenen Jahr nahm das Land durch Öl- und Gasexporte 40 Milliarden Dollar ein. Nach Angaben von Experten könnte es rund ein Jahr dauern, bis die Ölproduktion wieder 1,6 Millionen Barrel täglich beträgt. So viel Öl war in Libyen vor Ausbruch des Bürgerkriegs gefördert worden.

  • 18.10.2011, 15:44 UhrAnonymer Benutzer: Misterx

    Gar nicht blöd von BASF in der unsicheren Region den Kremel-Konzern Gazprom als Partner ins Boot zu holen.
    Franzosen und Briten sind ja immer schnell dabei deutschen Unternehmen die Butter vom Brot zu nehmen, aber bei Gazprom haben wohl auch Sarkozy und Co Respekt.

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