Batterietechnik
Bolloré: Aufbruch in die Aussichtslosigkeit

Batterietechnik gilt als der Schlüssel ins Zeitalter der Elektroautos. Die Franzosen gelten in diesem Bereich bisher nicht gerade als führend. Ein Unternehmer aus der Bretagne möchte dies nun ändern und fordert mit einer eigenen Technik die Marktführer aus Japan und China heraus. Dumm nur, dass sich trotz Serienproduktion kein einziger Autokonstrukteur für die französische Batterie interessiert.

GABERIC. Die graue Aluminiumhülle der neuen Fabrik hebt sich kaum vom trüben Himmel über der Bretagne ab. Ein paar Regentropfen fallen. Das kann Vincent Bolloré die gute Laune nicht nehmen. Der französische Milliardär und Unternehmer weiht in seiner Heimat ein neues Werk seiner Gruppe ein, auf dem viele Hoffnungen ruhen: eine Fabrik für Batterien für elektrische Autos.

Sogar Umweltminister Jean-Louis Borloo hat dafür den Trip aus Paris angetreten, um seinem Schulfreund Vincent die Ehre zu erweisen. Beide spucken dicke Töne: Das neue Batterie-Werk ist "ein wichtiger französischer Akteur im weltweiten Wettbewerb um das Elektroauto", sagt der Minister. "Wir sind die einzigen in der Welt, die diese Technologie beherrschen", gibt sich Bolloré überzeugt.

Hehre Ziele sind das, bisher gelten die Franzosen nicht gerade als führend in der Schlüsseltechnik für Elektroautos. In der Batterietechnik geben weltweit Japaner und Chinesen den Ton an. Sie setzten für E-Autos auf die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Akkus, wie sie bereits in Laptop und Handys stecken. Bolloré hat dagegen einen anderen Batterietyp entwickelt, eine Lithium-Metall-Polymer Batterie. Sie enthält keine Flüssigkeit, und soll sich nicht entzünden. Ferner funktioniere sie innerhalb einer größeren Temperaturspanne als Lithium-Ionen-Akkus, verspricht Bolloré. Sie soll 30 Kilowattstunden leisten und in fünf Stunden voll aufgeladen sein.

Nur: Kein einziger Autokonstrukteur weltweit interessiert sich bisher für Bollorés Batterie, die nun in seinem neuen Werk in Serie gehen soll. Auch die französischen Hersteller setzten auf Lithium-Ionen-Akkus. Renault etwa will mit Partner Nissan und der japanischen NEC ein Batte-riewerk in Flins in der Nähe von Paris aufbauen, gefördert durch den französischen Staat.

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