Batterietechnik
VW fürchtet Konkurrenz aus China

Europas größter Autobauer Volkswagen warnt davor, den Vorsprung Chinas bei der Entwicklung von Batterien neuen Typs für den Einsatz in Elektroautos zu unterschätzen. Die Warnungen deutscher Topmanager kommen nicht von ungefähr: Zahlreiche chinesische Autobauer zeigen Interesse an einem Einstieg bei ihren europäischen Konkurrenten.

MÜNCHEN. "Die Chinesen sind uns voraus", sagte VW-Chef Martin Winterkorn auf der Handelsblatt-Jahrestagung zur Automobilindustrie in München. China wolle die bei klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor überlegenen Europäer mittels moderner Elektroautos einholen. "Das Automobilcluster Deutschland darf sich nicht abhängen lassen", bekräftigte Winterkorn. Deutschland müsse wieder führend in der Elektrochemie werden, forderte der Automanager mit Blick auf die geringen öffentlichen Forschungsanstrengungen auf diesem Feld. Der Automanager gestand dabei eigene Fehler ein. "Die deutsche Autoindustrie hat beim Thema Elektro nicht konsequent weitergearbeitet", sagte er. "Umso entschiedener gehen wir das Thema jetzt an."

Innovative Energiespeicher wie die schnell aufladbaren Lithium-Ionen-Zellen gelten als Voraussetzung für praxistaugliche Elektrofahrzeuge. Die Gefahr eines deutschen Rückstandes in der Schlüsselkompetenz der Batterietechnologie bekräftigte auch Continental-Chef Karl-Thomas Neumann: "Es darf uns nicht passieren, dass ein anderer die Chance nutzt und wir nicht dabei sind."

Die Warnungen der deutschen Topmanager kommen zu einem Zeitpunkt, in dem chinesische Autobauer wie BAIC intensives Interesse an einem Einstieg bei europäischen Konkurrenten zeigen. BAIC prüft derzeit die Bücher des angeschlagenen deutschen Herstellers Opel. Chinesen gelten inzwischen auch als mögliche Investoren für einen Einstieg beim hochverschuldeten Sportwagenbauer Porsche. Das Prekäre daran: Porsche hält 51 Prozent der Stammaktien von Volkswagen. Auf der Handelsblatt-Tagung spielte Winterkorn, der eine finanzielle Entlastung der Porsche-Holding durch Übernahme des Sportwagenbauers bevorzugt, die nationale Karte: "Auch das Auto der Zukunft muss bei uns in Deutschland entwickelt werden."

Der VW-Chef rechnet spätestens in einem Jahrzehnt mit einer nennenswerten Stückzahl von E-Autos. Voraussetzung dafür sei allerdings eine entsprechende Infrastruktur - und Klarheit über die Herkunft des Stromes. An dieser Stelle sieht Winterkorn die Politik in der Pflicht. "Müssen wir nicht vielleicht auch wieder über Atomkraft nachdenken", fragte der Automanager und rührt damit an dem Tabu des deutschen Atomausstieges.

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