Bau des Dreamliners
Boeing-Manager kritisiert 787-Geschäftsmodell

Der ehemalige Chef des Dreamliner-Programms bei Boeing, Mike Bair, hat das Geschäftsmodell des Flugzeugherstellers hart kritisiert: Die Leistungen einiger Zulieferer für die revolutionäre neue Flugzeuggeneration seien ungenügend.

je PORTLAND. Es sei besser, die Hersteller großer Rumpfteile „auf der anderen Straßenseite, als am anderen Ende der Welt“ zu haben. Die 787 wird auch in Snohomish County gefertigt. Bair, der jetzt Vizepräsident für Strategie und Marketing ist, machte klar, dass er das gewagte Geschäftsmodell des 787 „Dreamliner“ nicht als Vorbild für künftige Flugzeuge sieht. Um Kosten zu sparen und das Risiko zu streuen, verteilte Boeing nicht nur die Fertigung wesentlicher Teile der 787, sondern auch deren Entwicklung über mehrere Kontinente.

Mit über 700 Bestellungen ist die 787 zwar ein riesiger Verkaufserfolg, aber wegen der Fertigungsprobleme wurde die Auslieferung des ersten Dreamliners von Mai 2008 um mindestens sechs Monate auf Ende 2008 verschoben. Als personelle Konsequenz wurde Bair als Projektleiter durch Patrick Shanahan ersetzt.

Bair machte seiner Enttäuschung über einige Zulieferer Luft. Ohne Namen zu nennen, sagte er: „Wir werden sie in Zukunft nicht mehr beschäftigen.“ Als problematisch habe sich vor allem die Auslagerung der Entwicklung erwiesen. Boeing schickte Ingenieure um die Welt, um auszuhelfen, und zog eine Reihe von Aufgaben wieder an sich.

Auch die Vormontage großer Teile, die bei den Komponentenherstellern stattfinden sollte, wurde letztlich im neuen Werk in Everett erledigt: „Das Werk ist für den Zusammenbau von 1 200 Teilen ausgelegt. Stattdessen musste es 30 000 Teile bewältigen.“ Bair deutete an, dass der Nachfolger für die 737 wohl wieder nach bewährtem Muster produziert werden dürfte, bei dem die Entwicklung weitgehend bei Boeing liegt und die großen Zulieferer räumlich konzentriert sind.

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