Baubranche
Bauer gründet Joint Venture mit Schlumberger

Der Baukonzern Bauer meldet einen großen Erfolg: Nach längeren Verhandlungen hat das Unternehmen eine Joint Venture mit dem amerikanischen Öl- und Gasbohrspezialisten Schlumberger geschlossen.

DüsseldorfIn dem Abkommen hat Bauer vereinbart, dass sich Schlumberger durch eine Barkapitalisierung mit jeweils 49 Prozent an zwei Unternehmen der Bauer Gruppe beteiligt – und zwar an der Bauer Deep Drilling GmbH mit Sitz in Schrobenhausen und an der Bauer Manufacturing LLC mit Sitz in Conroe, USA. Nach einer Mitteilung des Bauer-Konzerns werden in dem Joint Venture große Bohranlagen für Schlumberger und für Dritte zum Einsatz bei Öl- und Gasbohrungen sowie bei geothermischen Bohrungen entwickelt und gebaut.

„Durch das Joint Venture haben wir die Chance, unsere Fertigung für die Öl- und Gasindustrie auszubauen“, kommentiert Konzernchef Thomas Bauer den Abschluss. Zwei bereits im Bau befindliche Bohranlagen werden Anfang 2016 an Schlumberger ausgeliefert. In den kommenden Wochen will Schlumberger weitere Geräte für 2016 bestellen. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass das beabsichtigte Joint Venture bald mehr als hundert Millionen Euro Umsatz erreichen kann und sich damit große Chancen für die Zukunft öffnen.

Der lukrative Abschluss kommt Konzernchef Bauer sicher nicht ungelegen. „Wir gehen zurzeit mal wieder durch eine schwierige Phase“, hatte Bauer dem Handelsblatt im Sommer erklärt. Bis 2008 habe sich das Unternehmen traumhaft entwickelt, es sei enorm schnell gewachsen. Dann kam die Finanzmarktkrise und Bauer hatte plötzlich Überkapazitäten. „Im Moment sind wir dabei, in diese Überkapazitäten reinzuwachsen, damit das wieder passt“, sagte Bauer, für den es nach eigener Aussage normal ist, dass man auch mal ein paar Jahre wenig oder gar kein Geld verdient.

Das erste Halbjahr 2015 jedenfalls verlief für den Konzern einigermaßen nach Plan. Bauer ist Anbieter von Dienstleistungen, Maschinen und Produkten für Boden und Grundwasser. Das Unternehmen selbst nennt die Segmente Bau, Maschinenbau und Resources und ist mit mehr als 110 Tochterunternehmen in rund 70 Ländern der Welt tätig.

Der Konzern konnte den Umsatz um 4,2 Prozent auf 780,4 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis betrug 16 Millionen Euro gegenüber 13,6 Millionen im ersten Halbjahr 2014. Gut läuft es vor allem beim Bau, hier machte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 370 Millionen Euro.

Das größte Potenzial sieht Bauer aber im Segment Resources, da es die Zukunftsmärkte Wasser, Umwelt und Bodenschätze bedient. Das operative Ergebnis lag im ersten Halbjahr zwar bei minus 3,2 Millionen Euro, aber im Juli konnte sich der Unternehmensbereich den Großauftrag zur Sanierung der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen sichern. Das ist nach eigener Darstellung der bislang größte Einzelauftrag der Firmengeschichte mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro.

Martin Tofern
Martin Tofern
Handelsblatt / Redakteur Unternehmen und Märkte
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