Baubranche
Dubais Krise trifft Hochtief-Tochter Leighton

Die Hochtief-Tochter Leighton sitzt auf unbezahlten Rechungen für Projekte in Dubai. Während der Baukonzern noch zuversichtlich ist, doch noch an sein Geld zu kommen, bleibt die Nachricht an der Börse nicht ohne Wirkung.
  • 0

HB MELBOURNE. Die australische Hochtief-Tochter Leighton ist an mehreren Bauprojekten im Emirat Dubai beteiligt und sitzt dadurch auf unbezahlten Rechnungen. Die Lage sei nicht neu und das Unternehmen erwarte keinen Ausfall der Zahlungen, sagte ein Leighton-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das uns zustehende Geld erhalten, allerdings ist der Zeitpunkt unklar." Die Unterbrechung der Zahlungen sei eine Folge der weltweiten Finanzkrise und bei der Vorlage der Jahresergebnisse im August ein Thema gewesen. Die betroffenen Projekte wurden damals nicht genannt.

An der Börse blieb das nicht ohne Konsequenzen. Die Aktien rutschten zeitweise um 1,8 Prozent ab, der MDax fiel um 0,6 Prozent. Leighton-Aktien waren in Australien um vier Prozent gefallen.

Taiwans viertgrößte Bank Mega Financial räumte dagegen ein, sie erwarte einige Belastungen aus ihrem Dubai-Engagement. Das Haus versuche derzeit, die Gesamtsumme festzustellen, sagte Vorstandsmitglied Grace Lin der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind sehr besorgt. Wir haben gehört, dass auch noch andere taiwanische Banken betroffen sind."

Dagegen teilte Chinas fünftgrößtes Institut Bank of Communications mit, es sei nicht in Dubai engagiert. Auch der chinesische Baukonzern China State Construction International schließt Belastungen durch die Zahlungsschwierigkeiten des Emirats aus. Das Unternehmen sei nicht von Projekten in Dubai betroffen, erklärte der Konzern, nachdem der Aktienkurs in Hongkong mehr als 6,5 Prozent abgestürzt war. Die Geldnöte des einstigen Boom-Emirats Dubai haben Ängste vor einer neuen Welle der Finanzkrise ausgelöst und weckten Zweifel an der Zahlungsfähigkeit auch anderer Golf-Staaten. Dubai hat am Mittwoch seine Gläubiger um Zahlungsaufschub bis Mitte nächsten Jahres gebeten.

Kommentare zu " Baubranche: Dubais Krise trifft Hochtief-Tochter Leighton"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%