Baubranche
Golf-Staaten stemmen sich gegen die Krise

Der Nahe Osten war im ersten Quartal die einzige Export-Region, in der deutsche Firmen ein Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielen konnten. Die Golfstaaten investieren weiter massiv in die Infrastruktur, die Vorhaben reichen von Straßen, Brücken, Abwasseranlagen bis hin zu Flughäfen und Kraftwerken.

DUBAI. Trotz Finanzkrise erlebt der Nahe Osten einen Bauboom, von dem auch deutsche Unternehmen kräftig profitieren. Auslöser sind milliardenschwere Infrastrukturprogramme der Regierungen, die ihre üppigen Öl- und Gas-Einnahmen der vergangenen Jahre anzapfen. Nach Angaben der National Bank of Kuwait werden auf der Arabischen Halbinsel derzeit Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Billionen Dollar gebaut oder sind in der Planung. Die Vorhaben reichen von Straßen, Brücken, Abwasseranlagen bis hin zu Flughäfen und Kraftwerken.

Allein die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen bis 2011 rund 530 Milliarden Dollar locker machen. Saudi-Arabien hat 400 Milliarden Dollar vorgemerkt und nimmt dabei erstmals seit acht Jahren ein Haushalts-Defizit in Kauf. Aber auch der VW - und Porsche-Investor Katar, der weltgrößte Exporteur von Flüssiggas, greift tief in die Staatskasse.

Der Nahe Osten war im ersten Quartal 2009 die einzige Export-Region, in der deutsche Firmen ein Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielten. So nahmen die Ausfuhren in die VAE um neun Prozent zu. Zum Vergleich: Die Lieferungen nach China schrumpften um 3,3 Prozent und nach Russland gar um 31,4 Prozent.

Saudi-Arabien, die größte Volkswirtschaft in der Region, gilt bei vielen deutschen Betrieben als bedeutendster arabischer Zukunftsmarkt. "Wir haben eine große Anzahl von Auftragsanfragen", sagte Christian Selch, Siemens-Chef für Saudi-Arabien, dem Handelsblatt. Der Konzern rechnet damit, dass die staatliche Ausgabenpolitik und der steigende Energiebedarf aufgrund der wachsenden Bevölkerung auch im kommenden Jahr für ein positives Geschäftsklima sorgen. Das gilt sowohl für den Bau von Kraftwerken als auch von Leitungsnetzen. Auch im Industriesektor hofft Siemens auf volle Orderbücher. So haben die Münchener die Eisenbahnstrecke von Riad nach Dammam bereits mit Kommunikationstechnik ausgestattet.

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