Baubranche
Haniel startet Verkauf von Tochter Xella

Haniel will die in Duisburg ansässige Tochter Xella schnell verkaufen. Der Konzern braucht frisches Geld, um die Nettoverschuldungsrate zu drücken. Ansonsten droht der Verlust des "A"-Ratings und damit teurere Kredite. Ein Interessent ist schon aus dem Rennen.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der Familienkonzern Haniel hat den Verkauf seiner Baustoff-Tochter Xella eingeleitet. Für die Duisburger Firma, die mit 1,3 Mrd. Euro Umsatz zuletzt für fünf Prozent des Haniel -Geschäfts stand, werde über die Deutsche Bank nach einem Interessenten gesucht, bestätigte eine Haniel-Sprecherin.

In das 2002 unter dem Kunstnamen Xella gegründete Unternehmen mit aktuell 7 400 Mitarbeitern hatte Haniel unter anderem die zugekauften Baustofffirmen Ytong (Porenbeton), Hebel (Wirtschaftsbau) und Fermacell (Gipsfaserplatten) eingebracht. Im Dezember hatte ein Haniel -Sprecher erklärt, man prüfe den Verkauf des Unternehmens, halte sich aber auch die Option offen, das Baugeschäft noch zu erweitern. Der Prozess werde "mit Sicherheit bis weit in das Jahr 2008 hineinreichen", sagte er damals.

Nun kommt der Verkauf schneller als geplant. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte sein, dass Haniel -Chef Eckhard Cordes die Konzernkasse nach dem Zukauf beim Düsseldorfer Metro-Konzern wieder auffüllen will. Anfang August hatten die Duisburger mit einem Partner ihre Beteiligung am Dax-Konzern auf 50,1 Mrd. Euro aufgestockt und dazu gut drei Mrd. Euro ausgegeben.

Seither steht die Nettoverschuldungsrate, gemessen am Konzernvermögen, bei rund 29 Prozent. Der über 250 Jahre alte Traditionskonzern hat sich jedoch gegenüber seinen 560 Familienerben verpflichtet, die Quote von 25 Prozent nicht zu überschreiten. Auch die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) will das komfortable Rating "A-" nur beibehalten, wenn die Verschuldungsgrenze langfristig unter 20 Prozent bleibt. Allenfalls kurzfristige Überschreitungen werde man tolerieren, bestätigte S&P-Experte Werner Stäblein auf Anfrage. Bei einer Rückstufung würden sich für Haniel Kredite verteuern.

Dabei hilft es nur bedingt, dass S&P beim Schuldenrisiko aktuell lediglich eine Quote von 22 Prozent errechnet. Grund der Abweichung von der tatsächlichen Schuldenquote: Beim Ausbau der Metro-Beteiligung vereinbarte Haniel mit den Kreditgebern, im (unwahrscheinlichen) Fall einer Metro-Pleite, nicht in Regress genommen zu werden. Im Gegenzug für diese sogenannten "Non recourse debts" beteiligten sich die Duisburger zusätzlich mit Eigenkapital an den Metro-Zukäufen.

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