Baubranche
Heidelcement lockt Investoren

Heidelberg Cement blickt zuversichtlich in die Zukunft: Die weltweiten Konjunkturprogramme sollen die Baubranche aus der Krise holen. Aber um die Zukunft gestalten zu können, braucht der Konzern finanzstarke Investoren. Cement-Chef Scheifele hofft auf Unterstützung aus Asien oder Baden-Württemberg.

STUTTGART. Bernd Scheifele gibt sich ungebrochen optimistisch: Der Chef von Heidelberg Cement muss die äußerst angespannte Finanzlage von Deutschlands zweitgrößtem Baustoffhersteller schnell verbessern und ist daher auf der Suche nach neuen Kapitalgebern. "Wir spüren lebhaftes Interesse", lautet gestern sein erstes Fazit. Details und Namen der Interessenten nannte der Vorstandschef bei einer Telefonkonferenz zu den vorläufigen Zahlen allerdings nicht.

Der mehrheitlich zur Merckle-Gruppe gehörende Konzern steht unter dem Druck, in diesem und kommendem Jahr einen großen Teil von gut zwölf Mrd. Euro Finanzschulden ablösen zu müssen. Vor wenigen Wochen kündigte Scheifele daher eine umfassende Neuordnung der Finanzen an und beauftragte die Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach neuen Eigenkapitalgebern.

Scheifeles Zuversicht, dass diese Suche erfolgreich sein wird, stützt sich auf eine weiterhin hohe operative Ertragskraft, umfangreiche Sparmaßnahmen und die Hoffnung, dass ab der zweiten Hälfte 2009 staatliche Konjunkturprogramm eine Trendwende im Baustoffgeschäft bringen.

Heidelberg Cement hat nach vorläufigen Zahlen 2008 den Umsatz von 10,9 auf 14,2 Mrd. Euro und das operative Ergebnis von 1,8 auf 2,1 bis 2,2 Mrd. Euro gesteigert. Zuwächse brachte vor allem die erstmalige komplette Einbeziehung der britischen Hanson-Gruppe, die Heidelcement 2007 für rund 14 Mrd. Euro übernommen hatte. Für 2009 geht Scheifele von einem Umsatzrückgang und einer "Beeinträchtigung des operativen Gewinns aus. Eine genauere Einschätzung sei zum derzeitigen Zeitpunkt schwierig. Dauer und Ausmaß der globalen Rezession sei kaum absehbar. Synergieeffekte aus der Hanson-Integration sollen 2009 jedoch weitere Entlastungen bringen.

Zudem erwartet Scheifele ab dem zweiten Halbjahr erste Impulse aus den weltweiten Konjunkturprogrammen. Die Baubranche werde es als erste spüren, wenn es wieder aufwärts gehe. Die weltweiten Programme, sagte Scheifele, "werden für uns auf jeden Fall in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 erhebliche positive Impulse mitbringen".

Bei Analysten und Investoren machten die Zahlen und Aussagen gestern wenig Eindruck. "Die vorläufigen Zahlen bewegen sich weitgehend im Rahmen der Erwartungen", kommentierte Unicredit-Analystin Karin Brinkmann. Der Aktienkurs von Heidelberg Cement gab bis zum Nachmittag leicht auf 31 Euro nach. Auf dieser Basis wird der Konzern mit rund 3,9 Mrd. Euro bewertet, was rund 40 Prozent des Buchwertes entspricht.

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