Baubranche
Skandinavien: Kein Ende des Baubooms in Sicht

Nahezu paradiesische Zustände herrschen auf Nordeuropas Baumarkt: Im vergangenen Jahr stiegen die Investitionen in Neubauten in Schweden um 30 Prozent.

Insgesamt wurden 27 400 neue Wohnungen gebaut, und noch ist kein Ende des Baubooms in Sicht. In den übrigen nordeuropäischen Ländern sieht die Lage sehr ähnlich aus. Die Preise für Immobilien sind im vergangenen Jahr in Norwegen um durchschnittlich zehn Prozent gestiegen, in Dänemark und Schweden zogen sie um gut neun Prozent an, in Finnland sogar um 15 Prozent.

„Der Grund für die recht gute Lage auf dem nordeuropäischen Baumarkt sind die rekordniedrigen Zinsen“, sagt Lars Jagren, Chefvolkswirt beim Verband der schwedischen Bauindustrie. „Außerdem“, so sagt der Experte, „gibt es hier in Schweden kräftigen politischen Druck, dass mehr Wohnungen gebaut werden.“ 2006 finden Parlamentswahlen statt, eine Belebung des Wohnungsbaus ist im Interesse der regierenden Sozialdemokraten.

2005 rechnet Jagren mit einem etwas niedrigeren Wachstum, geht aber immer noch von einem Investitionsplus von 13 Prozent aus. Einen besonderen Anstieg sieht er bei Infrastrukturprojekten wie Straßen- und Brückenbau. Das Wahljahr wirft bereits seine Schatten. Auf den Arbeitsmarkt wirkt sich der Bauboom positiv aus: Laut Peter Stoltz, beim Bau-Verband verantwortlich für die Prognosen, werden 2005 und 2006 rund 12 000 neue Stellen geschaffen.

Nutznießer der guten Baukonjunktur in Nordeuropa sind einige wenige Großkonzerne: JM, NCC, Peab und vor allen Dingen Skanska. Der Bauriese gehört mit 13,2 Mrd. Euro Umsatz zu den drei größten Baukonzernen Europas. Kaum ein Großprojekt in Schweden, Asien, den USA oder Osteuropa, an dem Skanska nicht beteiligt ist. Heute erzielt Skanska 80 Prozent des Umsatzes außerhalb Schwedens. Stark expandiert hat der schwedische Bauriese in den neuen EU-Ländern. Allein aus Polen und Tschechien kamen im vergangenen Jahr mehrere Milliarden-Euro-Aufträge. In Tschechien ist die Skanska-Tochter mit ihren rund 6 400 Mitarbeitern der mit Abstand größte Baukonzern. In den dortigen Auftragsbüchern hat Skanska Bestellungen im Wert von 1,4 Milliarden Euro stehen. Und die Expansion in Osteuropa ist noch lange nicht abgeschlossen. Der schwache Dollar-Kurs sowie Rentabilitätsprobleme in den USA und Großbritannien machten dem Unternehmen allerdings zu schaffen. Der Vorsteuergewinn lag 2004 bei 3,8 (4) Milliarden Kronen.

hst

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