Baubranche
Spanien: Baukonzerne bauen Dienstleistungsangebot aus

Spanien hat nicht viele unternehmerische Erfolgsgeschichten zu bieten. Aber die Baubranche gehört sicherlich dazu. Die fünf Größten – ACS, Ferrovial, FCC, Acciona und Sacyr Vallehermoso – finden sich nach ihrem Börsenwert ganz oben bei den europäischen Branchen-Top-Ten.

Allein 2004 stiegen die Unternehmensgewinne bei den fünf Größten der Branche um 23 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro. Der Sektor insgesamt setzte im vergangenen Jahr 144 Milliarden Euro um, das waren 18 Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes. Der Arbeitgeberverband Seopan rechnet für dieses Jahr mit einem weiteren Wachstum von rund fünf Prozent.

Voraussetzung für den Erfolg war die Konsolidierung der Branche. Zu den größten Zusammenschlüssen gehörte vor zwei Jahren die Übernahme von Dragados durch den kleineren Baukonzern ACS, der damit an die Spitze der Branche rückte. Die Konkurrenten FCC und Ferrovial kamen unter Zugzwang. Sie stürzten sich auf die wenigen mittelständischen Unternehmen des Sektors. Der Konzentrationsprozess hat auch die Börsenkurse in die Höhe schießen lassen. Bauaktien sind seit Jahren die rentabelsten Investitionen an der Börse. Und das wird nach Meinung der Analysten auch dieses Jahr der Fall sein. „Der Markt erwartet weitere Zusammenschlüsse“, sagt Sergio Martínez, Chef des britischen Immobilienberatungsunternehmens King Sturge in Madrid.

Aber nicht nur wegen ihrer sehr guten Performance auf dem Parkett gehören spanische Baukonzerne heute zu den liquidesten und rentabelsten in Europa. In den vergangenen fünf Jahren hat das Land einen enormen Wachstumsschub erlebt, vor allem beim Wohnungsbau. Die Spanier leisteten sich größere und luxuriöse Wohnungen. 90 Prozent von ihnen leben in den eigenen vier Wänden, viele haben eine Zweitwohnung am Meer oder auf dem Land. Geholfen haben ACS, FCC und Ferrovial aber auch die enormen EU-Mittel, die in den letzten zehn Jahren in spanische Infrastrukturprojekte flossen. Und noch immer gibt es Nachholbedarf. Nicht so sehr beim Straßennetz, aber bei Eisenbahn und Flughäfen. Bis 2020 will das Land weitere 241 Milliarden Euro investieren. Aber die spanischen Baukonzerne verlassen sich schon lange nicht mehr nur auf die Branchenkonjunktur. „Sie sind inzwischen auch Logistikspezialisten, Stromversorger und Abwasserexperten“, sagt Martínez. Frühzeitig sind die großen Unternehmen auch in das Geschäft mit dem Betrieb von Maut-Autobahnen eingestiegen, vor allem im Ausland.

scm

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