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20.09.2006 
Auch Insolvenzen gehen zurück

Bauindustrie sieht Trendwende erreicht

Nach jahrelanger Rezession hält die deutsche Bauindustrie die Talsohle für durchschritten. Für dieses und kommendes Jahr rechnet der Branchenverband HDB erstmals seit vielen Jahren wieder mit steigenden Umsätzen.

HB BERLIN. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hob am Mittwoch seine Umsatzprognose für 2006 um einen Prozentpunkt auf zwei Prozent an. „Die Bauwirtschaft hat die konjunkturelle Wende geschafft“, sagte Verbandspräsident Hans-Peter Keitel am „Tag der Bauindustrie“ in Berlin. Die Belebung habe alle Bausparten erreicht. Das Umsatzplus reiche aber nicht aus, um schon 2006 den Abbau von Arbeitsplätzen zu stoppen. So sei weiter mit dem Verlust von rund 20 000 Jobs auf knapp 700 000 Stellen zu rechnen.

Für 2007 sieht der Verband ein Umsatzplus von einem Prozent und ein Ende des Arbeitsplatzabbaus. Keitel warnte die Bundesregierung davor, neben der Mehrwertsteuererhöhung die Baubranche mit einer Zinsbesteuerung bei der geplanten Unternehmensteuerreform zusätzlich zu belasten. Völlig unverständlich sei, dass der Bund seine Investitionen in Straßen und Schienen 2007 um voraussichtlich 400 Mill. Euro reduzieren wolle.

Anfang Juni hatte der Verband für das Gesamtjahr 2006 nur ein Umsatzplus von bis zu einem Prozent prognostiziert. Der HDB begründete seinen wachsenden Optimismus vor allem mit dem positiven Verlauf seit dem Jahresanfang. In den ersten sieben Monaten legten die Bau-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 38,7 Mrd. Euro zu. Zudem zögen bauintensive Erweiterungsinvestitionen des Verarbeitenden Gewerbes an. Auch treffe das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung auf stärkeres Interesse bei privaten Häuslebauern als angenommen.

Während die Firmen im Westen ein Plus von 2,7 Prozent verbuchten, erreichten die ostdeutschen Betriebe einen leichten Zuwachs von 0,2 Prozent. Nach Ansicht von Keitel hat sich dort die Wettbewerbsfähigkeit im Konkurrenzkampf mit den osteuropäischen Nachbarn verbessert. Das Lohnniveau in Polen sei nun fast so hoch wie in Ostdeutschland.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auftragsbücher des Baugewerbes sind gut gefüllt.

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