Baukonzern ACS
Spanier übernehmen Macht bei Hochtief

Der deutsche Baukonzern Hochtief hat einen neuen Großaktionär: den spanischen Konkurrenten ACS. Beide Unternehmen sind Marktführer in ihren Ländern und etwa gleich groß. Eine Zerschlagung von Hochtief durch Finanzinvestoren, über die spekuliert worden war, dürfte damit vom Tisch sein. Hochtief gibt sich erleichtert.

HB FRANKFURT. Die Madrider Firma habe am Dienstag für 1,26 Mrd. Euro das 25,08-Prozent-Paket der Münchener Beteiligungsgesellschaft Custodia übernommen, teilte der Verkäufer in der Nacht zum Mittwoch mit. Für den Besitzer von Custodia, den Milliardär August von Finck, hat sich das Engagement bei Hochtief gelohnt: Der Wert seiner Beteiligung ist innerhalb von eineinhalb Jahren um etwa eine halbe Milliarde Euro gestiegen. Der Kurs der Aktie ist von etwa 40 Euro auf über 70 geklettert. Verkauft hat Custodia für 72 Euro je Aktie.

Custodia war im September 2005 bei Hochtief eingestiegen und hatte bis Februar 2006 auf 25 Prozent aufgestockt. Im Dezember kündigte die Finck-Holding an, wieder aussteigen zu wollen. Zur Begründung hatte Custodia auf die steigenden Aktienkurse sowie auf die Konzentration unter den weltgrößten Bauunternehmen verwiesen. Danach machten Spekulationen um eine Übernahme und eine Aufspaltung des Essener Baukonzerns die Runde.

Als mögliche Käufer wurden unter anderem die Investmentbank Babcock & Brown sowie die australische Macquarie als einer der großen Infrastruktur- und Immobilienfinanzierer genannt. Erst kürzlich hatte auch die britische Schroders bekannt gegeben, dass sie mit einem Anteil von knapp 4 Prozent an Hochtief beteiligt ist. Der Baukonzern selbst hält 6,87 Prozent der Anteile. Der Rest liegt in Streubesitz.

Hochtief hatte eigentlich gehofft, dass Custodia den Konzern als einziger Großaktionär nach dem Ausstieg von RWE vor einer Übernahme schützen würde. Mit dem Verkauf an den spanischen Hochtief-Rivalen leistet Custodia aber nun der Konsolidierung der Branche selbst Vorschub. Allerdings teilte ACS mit, den Hochtief-Anteil nicht weiter ausbauen zu wollen.

Hochtief zeigt sich zufrieden

Hochtief hat sich über den Einstieg des spanischen Konkurrenten ACS erleichtert gezeigt. „Wir begrüßen zuallererst, dass wir wieder eine stabile Aktionärsstruktur haben“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Übernahme des 25-Prozent-Pakets von Custodia durch den madrilenischen Baukonzern bedeute, dass Hochtief seine strategische Ausrichtung fortsetzen könne. „Seit der Ankündigung von Custodia, die Anteile zu verkaufen, hat es viele Spekulationen gegeben. Die sind nun nachhaltig vom Tisch“, sagte der Sprecher.

ACS ist neben dem Baugeschäft auch im Energiesektor aktiv: Zuletzt machte das Unternehmen mit seinen Beteiligungen an den Energiekonzernen Iberdrola und Union Fenosa Schlagzeilen. ACS ist mit 14 Mrd. Euro Jahresumsatz etwa so groß wie Hochtief und wächst ebenfalls stark.

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