Baukonzern bei Finanzinvestoren beliebt
Oleg Deripaska steigt bei Hochtief ein

Der russische Milliardär Oleg Deripaska hat sich nach seinem Einstieg beim österreichischen Konkurrenten Strabag jetzt auch an Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief beteiligt. Deripaska versteht sich als strategischer Investor und möchte den dreiprozentigen Anteil weiter ausbauen.

DÜSSELDORF. Basic Element, die 18 Mrd. Dollar Umsatz schwere Beteiligungsholding des russischen Investors, hat mehr als drei Prozent an Hochtief übernommen. Zudem hat Deripaska bereits angekündigt, die Beteiligung weiter aufzustocken.

Dies dürfte ihm bei einem entsprechenden Preis nicht schwer fallen. Denn inzwischen halten mehrere Finanzinvestoren wie die Citigroup oder Fidelity ebenfalls Beteiligungen an Hochtief von um die drei Prozent. Großaktionär ist seit kurzem die spanische Baugruppe ACS. Sie besitzt mit 25,1 Prozent eine Sperrminorität. Dafür hat ACS 1,2 Mrd. Euro an Custodia bezahlt, die Holding des deutschen Milliardärs August von Finck. Die Spekulationen um den neuen Aktionär ließen den Kurs der im M-DAX notierten Hochtief-Aktie bereits deutlich anziehen. Die am Freitag veröffentlichten Quartalszahlen rückten dadurch in den Hintergrund.

Deripaska, der sich als strategischer Investor versteht, war ebenfalls an dem Paket der Custodia interessiert, wie das Handelsblatt aus Hochtief-Kreisen erfuhr, holte sich aber eine Abfuhr. Daraufhin habe er sich der Strabag zugewendet und Kooperationsgespräche mit Hochtief gesucht. Gleichzeitig kaufte er mit Hilfe der Commerzbank über die Börse Anteile an dem Essener Hochtief-Konzern. Deripaska zahlte etwas mehr als eine Milliarde Euro für einen Anteil von 30 Prozent an der Strabag. Hochtief ist an der Börse derzeit mit 5,5 Mrd. Euro bewertet. Sein bisheriges Investment dürfte demnach rund 165 Mill. Euro gekostet haben.

Was das Engagement des Russen in Essen für die Strabag bedeutet, ist noch unklar. Dort verspricht man sich durch die Kooperation mit Deripaska bessere Wachstumschancen in Russland. „Russland ist so groß. Wir werden uns sicher nicht auf die Füße treten“, meinte ein Strabag-Sprecher.

Ähnlich argumentierte auch eine Hochtief-Sprecherin, die den Einstieg des „strategischen Partners“ Deripaska ausdrücklich begrüßte. Hochtief-Chef Herbert Lutkestratkötter hatte zuletzt immer wieder betont, dass der Konzern in Russland angesichts des enormen Marktpotenzials für Großprojekte einen strategischen Partner vor Ort sucht.

Seine Sprecherin bestätigte, dass bereits seit Wochen Kooperationsgespräche über Großprojekte, wie etwa für das Management von Flughäfen, geführt würden. Als Beispiel nannte sie den Flughafen der Olympia-Bewerberstadt Sotschi. An dem Projekt ist auch die Strabag interessiert. Wie die Österreicher verspricht sich auch Hochtief von einer Kooperation mit Deripaska einen leichteren Marktzugang, denn der russische Milliardär will beim Aufbau des Landes eine „Schlüsselrolle“ spielen.

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