Baukonzern
Bilfinger Berger übertrifft alle Erwartungen

Bei Deutschlands zweitgrößtem Baukonzern Bilfinger sprudeln die Gewinne weiter kräftig. Im gewöhnlich schwachen Winterquartal profitierte der Branchenzweite nach Hochtief von der guten Nachfrage nach Industrie-Dienstleistungen und vom Verkauf der eigenen Büroimmobilien.

HB STUTTGART. Der Nettogewinn kletterte in den Monaten Januar bis März um mehr als das Vierfache auf 31 Millionen Euro, wie Bilfinger am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Damit übertraf der Konzern sogar die optimistischsten Prognose der Finanzanalysten bei weitem. Selbst ohne den Immobilien-Verkaufserlös hätte sich der Überschuss noch auf 18 Millionen Euro verdoppelt.

Bilfinger ist daher zuversichtlich, am Jahresende die Vorjahresrekorde bei der abgerechneten Leistung (9,2 Milliarden Euro) und beim Überschuss (134 Millionen Euro) zu überbieten. Die im Nebenwerte-Index MDax gehandelten Aktien sprangen um fünf Prozent auf 57 Euro nach oben. DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck sagte, die Bestätigung der Geschäftsprognose habe die Anleger beruhigt.

Im operativen Geschäft erntete Bilfinger die Früchte des mit Zukäufen gestärkten Geschäfts mit Industrie-Diensten und Gebäudemanagement, das 90 Prozent des auf 40 (16) Millionen Euro gestiegenen Betriebsgewinns (Ebita) abwarf. Der Rest entfällt auf das angestammte Ingenieur- und Hochbaugeschäft. Unzufrieden ist der Konzern weiterhin mit seinem Baugeschäft in Deutschland.

Die Preise für öffentliche Ingenieurbauten sei unbefriedigend, gestand der Vorstand ein. Das deutsche Hochbaugeschäft werde in diesem Jahr wie schon 2007 nur eine schwarze Null abliefern.

Bei der Annahme neuer Bau-Aufträge ist Bilfinger weltweit wählerisch geworden und pickt sich lukrative Projekte heraus, was sich in dem um elf Prozent auf 2,25 Milliarden Euro geschrumpften Ordereingang widerspiegelt. "Die Gründe für den geringeren Auftragseingang in den Baugeschäftsfeldern liegen in der vollen Auslastung unserer Kapazitäten und einer dementsprechenden Zurückhaltung bei der Übernahme neuer Aufträge", erklärte der Vorstand.

Allerdings fordert die Expansion des fast 130 Jahre alten Konzern ins Ausland auch ihren Tribut: Der Wert von Aufträgen in US- oder australischen Dollar schrumpft bei der Umrechnung in Euro, da der Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung auf dem Devisenmarkt stark zugelegt hat.

Das Orderbuch von Bilfinger ist mit rund 10,8 Milliarden Euro prall gefüllt. Dieser Auftragsbestand liegt 17 Prozent höher als vor einem Jahr und sichert den weltweit rund 55.600 Mitarbeitern rechnerisch mehr als ein Jahr Beschäftigung. Im ersten Quartal stellte der Mannheimer Konzern weltweit Projekte im Volumen von 2,22 Milliarden Euro fertig und übertraf auch damit die Erwartungen des Finanzmarkts.

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