Baukonzern rückt von Ergebnisziel ab
Strabag baut weitere Stellen ab

Großprojekte im Ausland haben Strabag im ersten Halbjahr 2004 volle Auftragsbücher beschert. Angesichts der anhaltenden Flaute im deutschen Bauhauptgewerbe ist der viertgrößte deutsche Baukonzern aber von seinem Ergebnisziel für das Gesamtjahr 2004 abgerückt. Zudem werde es zu weiteren Entlassungen kommen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

HB KÖLN. „Wir gehen jetzt beim Ergebnis vor Steuern eher gegen Null“, sagte die Sprecherin. Ursprünglich habe Strabag 2004 im operativen Bereich eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr angesteuert. Vorstand Thomas Birtel hatte es allerdings als ehrgeiziges Ziel bezeichnet, nach einer Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr auch 2004 ein höheres Ergebnis anzustreben. 2003 verbuchte Strabag einen Vorsteuergewinn von 5,2 Mill. €.

Grund seien vor allem Probleme im Straßenbau, der 2003 bei Strabag in Deutschland mehr als die Hälfte der Leistung ausgemacht habe, sagte die Sprecherin. Städte und Kommunen würden sich zunehmend mit Investitionen zurückhalten. Im Straßenbau werde Strabag regionale operative Einheiten vorwiegend in Rheinland-Pfalz und Hessen zusammenlegen. Dies werde Entlassungen von mehreren hundert Mitarbeitern nach sich ziehen. Der Restrukturierungsaufwand würde daher außerplanmäßig höher ausfallen. Im ersten Halbjahr zählte Strabag im Schnitt knapp 10 400 Mitarbeiter, 688 weniger als vor einem Jahr.

Die Bauleistung werde 2004 weitgehend gesichert durch die Auftragsbestände im Vergleich zum Vorjahr mit 3,4 Mrd. € voraussichtlich konstant bleiben, teilte Strabag mit. In den ersten sechs Monaten ging sie um ein Prozent auf 1,38 Mrd. € zurück. Der Auftragseingang legte um 23 % auf 1,92 Mrd. € zu. Profitiert habe das Unternehmen dabei in erster Linie von drei Straßenbau-Aufträgen in Ungarn und Polen. „Aufgrund dieser Großprojekte lag der Auftragseingang im Ausland um 64 % über dem Vorjahresniveau.“ In Deutschland machte sich hingegen die seit Jahren andauernde Bauflaute bemerkbar. Der Auftragseingang sei hier nur um ein Prozent gestiegen. Der Auftragsbestand habe am 30. Juni mit 2,6 Mrd. € den Vorjahreswert um elf Prozent übertroffen.

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