Baukonzern sieht Schritt als Wertschätzung
Millardär von Finck hält Sperrminorität an Hochtief

Die Münchener Custodia Holding hat ihre Beteiligung am Essener Baukonzern Hochtief auf eine Sperrminorität aufgestockt. Weitere Aktienkäufe schließt die Münchener Beteiligungsgesellschaft des Milliardärs August von Finck nicht aus. Noch muss das Kartellamt jedoch zustimmen.

HB FRANKFURT. Die Custodia halte nun 25,08 Prozent an Hochtief, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Aufstockung müsse noch vom Kartellamt genehmigt werden. Custodia-Vorstand Manfred Karl wollte eine weitere Aufstockung der Beteiligung nicht ausschließen: „Man soll nie nie sagen“, sagte er. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

Bei einer Beteiligung von 30 Prozent wird in Deutschland ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig. Das Paket von Custodia ist beim aktuellen Kurs der Hochtief-Aktie von 43 Euro mehr als 750 Millionen Euro wert. Hochtief begrüßte die Aufstockung des Anteils.

Die aus der Holdinggesellschaft der Brauerei-Beteiligungen von Fincks hervorgegangene Custodia (ehemals Löwenbräu AG), die auch im Immobiliengeschäft tätig ist, ist bereits seit Oktober 2005 größter Aktionär von Deutschlands größtem Baukonzern. Damals hatte sie ihre Beteiligung auf 10,64 von gut fünf Prozent aufgestockt. Der in der Schweiz lebende August von Finck ist ein Nachfahre des Gründers des Finanzkonzerns Allianz. Die Brauerei Löwenbräu hatte er 1997 an Spaten verkauft und war bei Spaten vor einigen Jahren ebenfalls ausgestiegen.

Custodia teilte mit, die Anteilsaufstockung sei Teil ihrer Anlagestrategie. „Hochtief ist unverändert ein am nationalen und internationalen Markt erfolgreiches und wachstumsstarkes Unternehmen, das durch eine umfassende Angebotspalette in der Lage ist, die gesamte Wertschöpfungskette von Projekten abzudecken“, erklärte der Großaktionär.

„Wir sehen das als Wertschätzung für die Strategie des Unternehmens und die Zukunftsaussichten von Hochtief“, sagte eine Sprecherin von Hochtief. Aus Gesprächen mit Custodia wisse der Konzern, dass die Holdinggesellschaft ihr Engagement bei Hochtief als sehr langfristiges Investment sehe. Hochtief erwarte durch die Aufstockung keine negativen Auswirkungen auf seine künftige Strategie. Der Konzern wolle sich rasch über die Beweggründe für den Schritt und die künftigen Vorstellungen von Custodia informieren.

Nach dem Einstieg bei Hochtief hatte Custodia-Vorstand Karl die Beteiligung als langfristiges Investment bezeichnet. Sieben Prozent an Hochtief hält der ehemalige Mehrheitsaktionär RWE, 9,1 Prozent hält das Unternehmen selbst. Hochtief hatte sich trotz aufkeimender Gerüchte stets erklärt, sich nicht als Übernahmekandidat zu sehen.

Die Custodia-Stammaktie kletterte im Münchener Parketthandel am Mittwoch um 1,7 Prozent auf 502 Euro.

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