Baukonzern
Strabag enttäuscht Anleger mit Ausblick

Strabag vermeldet am Morgen einen Gewinnsprung, rechnet aber auch mit einem anhaltenden Preiskampf in der europäischen Baubranche – sehr zum Verdruss der Anleger. Die Aktie brach im Laufe des Tages ein.
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WienDer österreichische Baukonzern Strabag hat im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung gemacht. Der Wiener Konzern steigerte 2013 den operativen Gewinn (Ebit) um 26 Prozent auf 261,6 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 87 Prozent auf 113,6 Millionen Euro. Hier hatten Analysten mit einem noch stärkeren Anstieg gerechnet.

Von dem höheren Gewinn profitieren auch die Aktionäre: Sie sollen eine Dividende von 0,45 Euro je Aktie erhalten nach 0,20 Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. An der Wiener Börse eröffneten die Strabag-Papiere gut ein halbes Prozent höher.

Für das laufende Jahr erwartet Strabag angesichts der mauen Auftragslage in wichtigen europäischen Märkten keine großen Sprünge, allerdings auch keine größeren Rückschläge. Trotz einer teilweise wieder anziehenden Auftragslage rechnet der Konzern damit, in den nächsten zwei Jahren nicht vom Fleck zu kommen. Die Bauleistung werde frühestens ab 2016 wieder steigen, sagte Strabag-Chef Thomas Birtel am Mittwoch.

Auch die Profitabilität werde erst wieder mittelfristig zulegen. Für die operative Rendite (Ebit-Marge) nannte der Strabag-Manager eine Zielgröße von drei Prozent. Ende 2013 lag sie bei 2,1 Prozent.

Bei den Aktionären kam der Ausblick nicht gut an. Die Strabag-Papiere verloren an der Wiener Börse trotz der guten Nachricht vom Morgen mehr als drei Prozent und führten damit die Verliererliste im Topsegment ATX an. Börsianer hatten gehofft, dass der Konzern optimistischere Aussagen zum Ausblick macht. Für das laufende Jahr bekräftigte die Firma aber nur die Erwartungen: Bei einer stagnierenden Bauleistung wird ein Betriebsgewinn von zumindest 260 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau erwartet.

Zu schaffen macht Strabag der Preiskampf in der europäischen Baubranche. „Wir gehen davon aus, dass der Preisdruck in den Kernmärkten anhalten wird“, sagte Birtel. Neben dem Heimatmarkt ist Strabag stark in Deutschland und den osteuropäischen Ländern aktiv. Vor allem im Straßenbau knausern öffentliche Auftraggeber mit Investitionen. Um an die wenigen verbleibenden Aufträge zu kommen, unterbieten sich die Baufirmen gegenseitig – was die Erträge schmälert und manche Strabag-Konkurrenten in Turbulenzen bringt.

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