Baukonzern
Strabag trotz Schuldenkrise zuversichtlich

Der österreichische Baukonzern Strabag hat seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr trotz Schuldenkrise bekräftigt. Auftragsrückgänge in Südosteuropa könnten durch Zuwächse in anderen Ländern wettgemacht werden.
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WienDer österreichische Baukonzern Strabag fürchtet trotz der Schuldenkrise keine Einbrüche im Geschäft. Der Bausektor werde sich voraussichtlich auch 2012 „stabil“ entwickeln, schrieb Firmenchef Hans Peter Haselsteiner in dem am Mittwoch veröffentlichten Aktionärsbrief. „Die durch die Euro-Schuldenkrise verursachten Turbulenzen in Europa haben sich bisher noch nicht auf die Leistung oder die Ergebniserwartung von Strabag ausgewirkt.“

Ganz ungetrübt ist der Optimismus des Bauriesen aber nicht. Vor allem im Straßenbau erwartet das Unternehmen mit Sitz in Villach in Kärnten „unwirtliche Rahmenbedingungen“ in Europa und damit für 2012 einen leichten Rückgang der Leistung und ein geringeres Ergebnis. Allerdings hofft Strabag, die Einbußen durch Zuwächse in anderen Bereichen ausgleichen zu können - etwa dem Hochbau in Kernmärkten wie Deutschland. Insgesamt werde im kommenden Jahr „ein Wachstum höchstens auf Höhe der Inflation möglich sein“, bekräftigte Haselsteiner.

Der Auftragsbestand schrumpfte per Ende September um fünf Prozent auf gut 14 Milliarden Euro. Grund dafür war laut Strabag die Stornierung von Aufträgen aus dem bürgerkriegsgebeutelten Libyen und das Auslaufen von großen Infrastrukturprojekten in Polen. Dort hat die Regierung Strabag zufolge fast ihr gesamtes Budget, das bis 2013 für den Bau neuer Straßen vorgesehen war, verbraucht. Mit dem Auslaufen der Neuaufträge aus der öffentlichen Hand erwartet Strabag in Polen für 2012 „einen deutlichen Leistungsrückgang“ im Hochbau und stellt sich im Straßenbau angesichts der geringeren Zuwachsraten auf einen aggressiven Preiskampf ein. Im Heimatmarkt Österreich und in Rumänien sei der Auftragsbestand durch neue Projekte jedoch gestiegen.

Im dritten Quartal - dem saisonal bedingt gewinnträchtigsten - ging das Betriebsergebnis (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 191 Millionen Euro zurück und lag damit unter den Erwartungen von Analysten. Im Vorjahr hatte Strabag von einem positiven Bewertungseffekt profitiert. Im Gesamtjahr geht das Unternehmen weiterhin von einem Betriebsergebnis von 340 Millionen Euro und einem Nettogewinn von 185 Millionen Euro aus.

An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an: Die Strabag-Aktie verlor knapp drei Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn legten die Papiere aber gestützt durch einen Aktienrückkauf gut sieben Prozent zu, während der ATX knapp 40 Prozent an Wert eingebüßt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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