Baukonzern trotzt der Krise
Züblin bleibt knapp in der Gewinnzone

Der Stuttgarter Baukonzern Ed. Züblin konnte im vergangenen Jahr der Flaute in der Branche trotzen. Das Unternehmen hielt sich in den schwarzen Zahlen und hofft nun, 2004 auch noch seine Verluste im Ausland in den Griff zu bekommen.

HB STUTTGART. Der Gewinn vor Steuern schrumpfte im vergangenen Jahr auf neun (2002: 16) Mill. €, nach Steuern blieb eine (sechs) Million Euro übrig, wie Vorstandschef Manfred Nussbaumer am Montag in Stuttgart berichtete. Die Konzernleistung fiel um elf Prozent auf 1,27 Mrd. €. „Wir haben die Leistung durch selektive Auftragsauswahl reduziert“, erklärte die Nummer fünf der Branche in Deutschland die Entwicklung. Außerdem habe sich Züblin teilweise aus der Projektentwicklung zurückgezogen, die unter den sinkenden Mieten und dem hohen Leerstand leide, sagte Nussbaumer. Während Züblin in Deutschland als einer von wenigen Baukonzernen mit Gewinn arbeitet, drücken im Ausland Verluste.

Der Auftragseingang im Konzern lag mit 1,43 Mrd. € 2003 um neun Prozent über dem Vorjahreswert, im ersten Quartal 2004 legte er Nussbaumer zufolge erneut kräftig auf 500 (375) Mill. € zu. Vor allem die Aufträge aus dem Inland nahmen deutlich zu. Mit dem technikgetriebenen Tunnelbau, auf den sich das Unternehmen spezialisiert hat, hoffe Züblin die Einbußen im Schlüsselfertigbau wettzumachen, sagte der Vorstandschef. Für 2004 peilt der Konzern eine Leistung von 1,4 Mrd. € an, in den ersten drei Monaten waren es 312 (263) Mill. €.

Der Gewinn soll im laufenden Jahr wieder steigen. „Wenn wir das Ergebnis in Deutschland halten, sind wir nicht unglücklich“, sagte Nussbaumer. 2003 war das Ergebnis im Inlandsgeschäft vor Steuern auf 25 (18) Mill. € gestiegen. Im Ausland schrieb Züblin dagegen mit einem Minus von 21 (minus 23) Mill. € weiterhin rote Zahlen. Für 2004 stellte der Vorstandschef einen Rückgang des Verlustes im Auslandsgeschäft auf sechs Mill. € in Aussicht, 2005 soll die Gewinnschwelle überschritten werden. „Die Verlustbaustellen sind praktisch fertig“, sagte Nussbaumer. Dabei handele es sich um die Universität in Beirut, ein Tunnel-Projekt in Singapur und eine Wasserkraftanlage in Pakistan. Größere Hoffnungen setzt Züblin auf den osteuropäischen Markt. Dort werde die Europäische Union viele Infrastrukturprojekte fördern, sagte Nussbaumer.

Mit der Hängepartie um den Verkauf des 49-Prozent-Anteils an Züblin durch den Großaktionär Walter Bau lebt der Konzern seit zwei Jahren. Walter Bau hatte die Gespräche mit dem Stuttgarter Minderheitsaktionär Lenz und dessen Partner Heitkamp Deilmann Haniel (HDH) im April für geplatzt erklärt. Die Transaktion sei wohl am Preis gescheitert, sagte Nussbaumer. Bei Walter Bau stand die Beteiligung zuletzt mit mehr als 180 Mill. € in den Büchern. An der Verkaufsabsicht habe sich offenbar nichts geändert, sagte der Vorstandschef. Die Familie Lenz könne die Übernahme allein aber nicht stemmen. „Die Größenordnung des Kaufs ist von einem allein schwer zu schultern“, so Nussbaumer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%