Baukonzern
Wie Hochtief die Übernahme durch ACS abwehren will

Seine Gefühlslage bezeichnet Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter als "kämpferisch". Am Donnerstag hat er ein Maßnahmenbündel vorgelegt, mit dem er im Übernahmekampf mit dem spanischen Konkurrenten ACS die Oberhand gewinnen will. Das Duell mit ACS-Chef Florentino Perez geht in die heiße Phase.
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HB DÜSSELDORF. Der größte deutsche Baukonzern Hochtief versucht, seinen Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Das Maßnahmenbündel reicht von Beteiligungsverkäufen bis zu einem Sparpaket. Mit den Kurssteigerungen will Hochtief eine Übernahme verteuern und den spanischen Konkurrenten unter Real-Madrid-Boss Florentino Perez ins Abseits stellen. Ein Kursfeuerwerk lösten die Ankündigungen nicht aus. ACS trieb seine Übernahmepläne indes weiter voran und reichte seine Offerte offiziell bei der Finanzaufsicht BaFin ein, die bis Ende November entscheiden muss.

"Wir versuchen, unsere Aktionäre nachhaltig zu überzeugen, dass es für sie rentabel ist, Hochtief die Treue zu halten", betonte Lütkestratkötter in Düsseldorf. Ködern will Hochtief die Investoren unter anderem mit der Aussicht auf satte Kursgewinne und Sonderausschüttungen. Dazu will der Vorstand bereits im kommenden Jahr die Flughafen-Tochter Concessions zu Geld machen.

Deren Nettobarwert habe per Ende Juni bei über 1,6 Mrd. Euro gelegen. Frühere Tabus gibt Hochtief dabei auf: Anders als noch 2009, als ein Versuch für einen Börsengang der Tochter scheiterte, ist der Konzern nun zum Verkauf einer Mehrheit oder gar der kompletten Tochter bereit. Um einen möglichst hohen Preis zu erzielen, will Lütkestratkötter zweigleisig fahren - Concessions könnte an die Börse gebracht oder in Teilen an Investoren verkauft werden. Ein Jahr später soll dann die Beteiligung an Aurelis Real Estate losgeschlagen werden. 2007 hatte Aurelius insgesamt 1,6 Mrd. Euro gekostet, der Wert sei seitdem deutlich gestiegen, sagte Finanzchef Burkhard Lohr.

Die Aktionäre sollen an beiden Veräußerungen "angemessen" beteiligt werden. 2013 wolle Hochtief dann mehr als eine Milliarde Euro Gewinn vor Steuern machen.

In Europa will sich Hochtief verschlanken und drei Sparten zu einer neuen Division Europe zusammenfassen. Dies soll jährliche Einsparungen von 40 Mio. Euro bringen. Stellen in der Verwaltung werden dabei wegfallen. Wachsen will Hochtief in Indien und Kanada - dort seien sogar Übernahmen möglich. Lohr sagte, zur Refinanzierung gebe es mehrere Optionen, auch eine Kapitalerhöhung oder eine Wandelanleihe. Beides würde ACS eine Übernahme erschweren. Die Zusammenarbeit mit der australischen Tochter Leighton soll zudem intensiviert werden, kündigte Lütekstratkötter an.

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  • Es ist schon interessant wer sich hier zu einem
    äußerst schwierigen Thema zu Wort meldet, bar jeder
    Kenntnis von wichtigen internas. Glaubt denn von diesen Leuten tatsächlich jemand, daß sich ein Mann wie Dr. Lütkestratkötter in die Karten gucken läßt bevor das Angebot der Spanier veröffentlicht worden ist? Er hätte es niemals geschafft bei Hochtief zum Vorstandsvorsitzenden berufen zu werden, wäre er ein derartiger Simpel, der seine strategischen Über-legungen auf dem Silbertablett präsentiert und von einer "depperten" Presse zerpflücken läßt und somit den Spaniern auch noch in die Karten spielen würde!

  • Die Verbindlichkeiten betragen 80%, bei Hochtief nur 60% an der bilanzsumme. Letztere ist bei ACS gut 2,6x so groß.

    Wer schon 30% hat, hat fast gewonnen, vor allem, wenn Hochtief einen gewissen Streubesitz hat - Voraussetzung für die Partie im Dax.

  • Zum Widerstand von Hochtief kann ich nur sagen - recht so. ACS ist nach den bisherigen berichten stark verschuldet und verfügt gar nicht über die entsprechenden Mittel, diese Übernahme zu finanzieren. ihre Aktien, die sie anbieten, können Sie gern behalten.
    in der Vergangenheit war es oft so, dass derartige Übernahmen nicht von dauerhaftem wirtschaftlichen Erfolg waren.

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