Baukonzerne
Bilfinger Berger bekommt dicken Auftrag

Zwei große deutsche Baukonzerne haben heute für positive Nachrichten gesorgt: Bilfinger Berger hat einen dicken Auftrag über rund 500 Millionen Euro in Australien bekommen. Und der Branchenprimus Hochtief konkretisierte seine Jahresprognose. Dem Konzern geht es offenbar ein gutes Stück besser als dem Branchendurchschnitt.

HB MÜNCHEN/STUTTGART. Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hat in Australien einen weiteren Großauftrag an Land gezogen. Bis zum Jahr 2013 werde Bilfinger Berger in der Nähe von Brisbane eine acht Kilometer lange Strecke des Ipswich Motorway auf sechs Fahrspuren erweitern, teilte der Mannheimer Konzern am Dienstag mit. Das Bauprojekt beinhalte auch den Ausbau von Anschlussstellen und 31 neue Brücken. Von dem Auftragsvolumen in Höhe von 800 Mio. Euro entfielen 510 Mio. Euro auf Bilfinger Berger.

Dank hoher Investitionen der Regierung in die Verkehrsinfrastruktur entwickle sich das Baugeschäft in Australien weiterhin erfreulich, teilte Bilfinger Berger mit. Die stabile Nachfrage der öffentlichen Hand bilde in Australien ein Gegengewicht zum rückläufigen Wirtschaftsbau. In der vergangenen Woche hatte Bilfinger Berger einen Auftrag über 120 Mio. Euro erhalten. Im Rahmen des Konjunkturprogramms der australischen Regierung wird Bilfinger Berger bis Mitte 2011 im Großraum Sydney 177 Schulen modernisieren.

Auch Deutschlands größter Baukonzern Hochtief bleibt trotz Wirtschaftskrise optimistisch. „Unsere Prognosen gelten weiter, auch zur Jahresmitte“, sagte Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter. Hochtief will dieses Jahr seinen Gewinn vor und nach Steuern auf dem Niveau des Rekordjahres 2008 halten. Bei Umsatz, Auftragseingang und -bestand werde das Volumen dagegen rückläufig sein. Zahlen für den Zeitraum April bis Juni will Hochtief Mitte August veröffentlichen.

Der Essener Konzern strebt zudem eine Umsatzrendite von drei Prozent vor Steuern an. „Wir bleiben anspruchsvoll“, sagte Lütkestratkötter. Die Marge sei bislang erreicht worden. Sollte es einen Preisdruck geben, werde das Unternehmen lieber auf Geschäft verzichten als zu hohe Risiken einzugehen.

Von der Wirtschaftskrise sieht sich Hochtief weniger stark als viele Konkurrenten betroffen. Auf die Branche kämen „einige Probleme“ zu, besonders für mittelständische und kleine Firmen. Die Hochtief-Finanzierung sei aber über 2012 hinaus gesichert, sagte der Vorstandschef. Zahlungsausfälle bei Kunden seien bisher nicht erkennbar, und es gebe nur ganz wenige Stornierungen.

Ferner rechnet der Konzern damit, sich aus dem US-Konjunkturprogramm Orders im Milliarden-Dollar-Bereich zu sichern. 130 Mrd. Dollar des 780 Mrd. schweren Pakets des US-Regierung entfielen direkt oder indirekt auf die Bauindustrie - gestreckt über zehn Jahre. Die Aufträge werde Hochtief ab Ende 2009 und vor allem im nächsten Jahr erhalten. Die deutschen Konjunkturprogramme seien dagegen tendenziell auf den Mittelstand und das Handwerk gemünzt. Weitere Akquisitionen oder Verkäufe sind denkbar: „Es gibt gerade keinen Plan für Zukäufe, wir schließen aber auch nichts aus“, sagte Lütkestratkötter. Hochtief hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen übernommen.

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