Baukonzerne
Hochtief will 2009 Gewinn stabil halten

Auf dem Bau kann man der Krise trotzen: Zumindest verbreitet Hochtief Optimismus: Die Zahlen für 2008 waren besser als erwartet und auch der Ausblick fällt alles andere als schelcht aus.

HB DUISBURG. Mit vollen Auftragsbüchern im Rücken und der Hoffnung auf hohe Erträge aus den staatlichen Konjunkturprogrammen will sich Deutschlands größter Baukonzern Hochtief gegen die Krise stemmen. 2009 sei eine Jahr der Herausforderungen, das aber auch viele Chancen biete, sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter am Mittwoch in Duisburg. Im laufenden Jahr will er den Gewinn auf dem Niveau des Rekordjahres 2008 halten, an dessen Ergebnissen die Aktionäre mit einer höheren Dividende beteiligt werden sollen.

„Kein Sonderprogramm wird an uns vorbeigehen“, sagte Lütkestratkötter mit Blick auf die staatlichen Konjunkturspritzen, mit denen viele Regierungen vor allem in die Infrastruktur investieren wollen. Vorsteuerergebnis und Reingewinn sollen 2009 ein „ähnlich hohes Ergebnisniveau“ wie 2008 erreichen. Auftragseingänge und Umsätze würden aber schrumpfen, schätzt er. „Das Umfeld ist nicht geeignet, um von Rekord zu Rekord zu stürmen - wir sind Realisten.“ Der Ausblick soll im Laufe des Jahres aber weiter konkretisiert werden.

In einzelnen Sparten hält der Konzern sogar ein besseres Abschneiden für möglich. Im florierenden Asien-Geschäft mit der Tochter Leighton erwartet der Konzern etwa einen Anstieg des operativen Ergebnisses vor Steuern. Auch das deutsche Baugeschäft, über Jahre ein Sorgenkind des Konzerns, soll wieder schwarze Zahlen schreiben und seine Profitabilität steigern.

2008 kletterte der Konzerngewinn dank Fortschritten bei der Sanierung des deutschen Baugeschäfts und boomender Auslandsgeschäfte um gut 24 Prozent auf 175,1 Mio. Euro. Der Auftragseingang stieg auf 25,28 (Vorjahr: 23,51) Mrd. Euro.Mit seinen Zahlen übertraf der Essener Konzern die Markterwartungen. Vor allem die Entwicklung im Deutschland-Geschäft sei besser als gedacht, sagten Analysten.

Die Aktionäre sollen angesichts der Rekordwerte für 2008 eine Dividende von 1,40 (1,30) Euro je Stückaktie erhalten. Dies sei auch ein Zeichen der Zuversicht „hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung“. Mit seinem Optimismus steht Hochtief in der Branche nicht allein. Die deutsche Bauindustrie sieht sich dank praller Auftragspolster gut gerüstet für 2009. Der Hochtief-Konkurrent Bilfinger Berger rechnet damit, die Ergebnisse des Vorjahres zu halten. Im Ausland setzte die österreichische Strabag SE auf eine leichte Steigerung des Bauvolumens und der französische Vinci-Konzern verweist auf volle Order-Bücher.

Auch Hochtief geht mit gut gefüllten Büchern in das Jahr: Die Aufträge reichen mit einem Volumen von 30,92 Mrd. Euro theoretisch über einen Zeitraum von 19 Monaten. Die Analysten von Goldman Sachs rechnen zwar mit einer Abkühlung im Bausektor und gehen davon aus, dass die Mrd. aus den Konjunkturprogrammen den Nachfragerückgang aus der Privatwirtschaft nicht ganz auffangen können. Hochtief sei aber auch wegen seiner US-Töchter Flatiron und Turner anders als europäische Konkurrenten gut aufgestellt, um von den Konjunktur- Mrd. der US-Regierung zu profitieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%