Baukrise in Deutschland
Baukonzerne im Ausland erfolgreicher

Im Inland läuft es schlecht, im Ausland dafür um so besser! Seit Beginn der Baukrise in Deutschland hat sich der Auslandsumsatz deutscher Bauunternehmen verdreifacht. Doch jetzt scheint die Spitze des möglichen Wachstums überschritten zu sein.

DÜSSELDORF. Während große deutsche Baukonzerne wie Hochtief oder Bilfinger Berger in Deutschland am Bau Verluste schreiben oder sich über ein ausgeglichenes Ergebnis freuen, fahren sie mit Hilfe ihrer Tochter- und Beteiligungsunternehmen im Ausland hohe Gewinne ein und eilen von Großauftrag zu Großauftrag. "Die deutsche Bauindustrie hat ihre Position im internationalen Geschäft 2007 nochmals verbessert", bestätigte Hans-Peter Keitel, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), den Trend. Der Auslandsbau gilt als die Domäne der großen Baukonzerne. Sie konnten damit die seit zehn Jahren anhaltende und nun langsam zu Ende gehende heimische Baukrise überwinden.

Die deutsche Bauindustrie hat ihre Bauleistung im Ausland im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 22,5 Mrd. Euro gesteigert, geht aus der dem Handelsblatt vorliegenden Auslandsbaustatistik des HDB hervor. Damit macht der Auslandsbau etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzes des deutschen Baugewerbes aus. Der Auftragseingang aus dem Ausland ist um acht Prozent auf 27,8 Mrd. Euro geklettert. Zu Beginn der deutschen Baukrise im Jahr 1995 belief sich der Auftragseingang aus dem Ausland noch auf 9,5 Mrd. Euro.

Wichtigster deutscher Auslandsmarkt ist Australien. Laut HDB betrug der Auftragseingang aus "Down Under" 2007 knapp 13 Mrd. Euro. Damit kam knapp die Hälfte des gesamten Auftragseingangs aus Australien. Auf Nordamerika entfallen 7,6 Mrd. Euro oder 27 Prozent des Auftragseingangs, auf Asien 2,1 Mrd. Euro oder acht Prozent. Dagegen habe der europäische Markt, der vor zehn Jahren noch 40 Prozent des internationalen Geschäfts ausmachte, bei stagnierendem Volumen an Bedeutung verloren, sagte Keitel. Der Auftragseingang belief sich auf knapp vier Mrd. Euro. Dies sei vor allem auf die Entwicklung in Westeuropa zurückzuführen, meinte Keitel, während der Auftragseingang aus Osteuropa zulege. Gerade diese Märkte vor der Haustür seien auch für den Bau-Mittelstand von Interesse. Afrika und Lateinamerika sind mit 720 beziehungsweise 430 Mill. Euro Auftragseingang die Schlusslichter.

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