Baumaschinenhersteller
Angestellte kidnappen Caterpillar-Chefs

Es gibt immer mehr Beispiele für Gewaltaktionen gegen Manager: Aus Wut über den drohenden Verlust von 733 Arbeitsplätzen haben Mitarbeiter des Baumaschinenherstellers Caterpillar in Grenoble vier Manager über Nacht als Geiseln genommen.

HB PARIS. Am Mittwoch stimmten die Gewerkschaften zu, die Manager gehen zu lassen und über einen Sozialplan zu verhandeln. Zuvor hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy versprochen, "das Werk zu retten", und der Konzern hatte die Lohnfortzahlung für drei Streiktage akzeptiert. Caterpillar hat in Frankreich 2800 Mitarbeiter.

Die Beschäftigten hatten am Dienstag zunächst fünf Manager in ihre Gewalt gebracht. Einer durfte allerdings am Abend nach Hause gehen, weil er Herzprobleme hatte. Sarkozy sagte dem Sender Europe 1 am Mittwoch: "Ich werde mich mit den Gewerkschaften zusammensetzen." Der Staat werde sie "nicht fallenlassen". Die Gewerkschaften erklärten, die Verhandlungen würden nun mit Beteiligung des Staates und der schweizerischen Caterpillar-Europazentrale fortgeführt. Caterpillar fertigt vornehmlich für die USA und hat laut Sarkozy einen Absatzeinbruch um 80 Prozent zu verkraften.

Mit der Zuspitzung der Wirtschaftskrise häufen sich in Frankreich kurzzeitige Betriebsbesetzungen und kurzfristige Geiselnahmen von Topmanagern. So wurden auch der Chef von Sony France und ein Manager des Pharmaunternehmens 3M über Nacht im Betrieb festgesetzt; andere Manager wurden von Gewerkschaftern gezwungen, an Protestmärschen teilzunehmen. Die härtesten Auseinandersetzungen gibt es allerdings in der Regel in kleinen Betrieben ohne Gewerkschaft.

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