Baumaschinenhersteller
Wacker Neuson im Umsatztal

Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson schreibt das Jahr 2009 ab. Mit besseren Ergebnissen rechnet das Unternehmen erst 2010. Im dritten Quartal hat sich der Nettogewinn halbiert. Und gegen seinen Aufsichtsratschef führt das Unternehmen zur Zeit einen Rechtsstreit.
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HB MÜNCHEN. Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal rechnet der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson erst für das nächste Jahr mit einer Belebung seines Geschäfts. „Wir sind für 2010 verhalten optimistisch“, sagte Konzernchef Georg Sick am Mittwoch in München.

Vor allem bei Infrastrukturprojekten sei mit Nachholeffekten zu rechnen. Für 2009 geht Wacker Neuson weiter vom ersten Verlust in der gut 160-jährigen Firmengeschichte aus. Im - saisonal schwächeren - vierten Quartal ist mit weniger Geschäft zu rechnen.

Von Juli bis September brach der Umsatz um 30 Prozent auf 149 Mio. Euro ein. Der Nettogewinn halbierte sich auf 4,8 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten stand ein Verlust von 10,4 Mio. Euro zu Buche, nachdem Wacker Neuson im Vorjahreszeitraum noch einen Überschuss von 38,4 Mio. Euro erwirtschaftet hatte. Der operative Gewinn (Ebitda) schmolz zwischen Januar und September um 82 Prozent auf 16,8 Millionen.

Binnen Jahresfrist hat der Maschinenbauer insgesamt 850 Stellen gestrichen. Vor allem in den USA fielen Arbeitsplätze weg; dort entließ Wacker Neuson zuletzt weitere 80 Beschäftigte. Der Personalabbau sei jetzt fast abgeschlossen, hieß es.

Im Rechtsstreit mit dem abberufenen und wieder eingesetzten Aufsichtsratschef Hans Neunteufel rechnet der Konzern mit einer baldigen Entscheidung. Ein Termin vor Gericht werde kurzfristig erwartet, hieß es bei Wacker Neuson. Das Kontrollgremium hatte Neunteufel Ende September überraschend als Aufsichtsratschef abberufen.

Der Manager klagte sich mit Hilfe einer vorläufigen Verfügung zurück ins Amt. Neunteufel ist Gründer und Ex-Chef des österreichischen Konzerns Neuson Kramer, der 2007 mit der deutschen Firma Wacker Construction fusioniert hatte. In Medienberichten wurde über einen Streit über die strategische Ausrichtung des Baumaschinenherstellers spekuliert.

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