Baumaschinenhersteller will Caterpillar einholen
Komatsu steigert Profitabilität

Der japanische Baumaschinenhersteller Komatsu will die Lücke zum Weltmarktführer Caterpillar aus den USA schließen. Bei der Profitabilität haben die Japaner nach Jahren der Restrukturierung und Kostensenkung dieses Ziel nahezu erreicht, sagte Präsident und CEO Masahiro Sakane gestern vor deutschen Journalisten in Tokio. „Jetzt geht es darum, bei der Größe zu Caterpillar aufzuholen, während wir die Profitabilität halten.“

bas TOKIO. Dabei setzt Sakane, der vor vier Jahren angetreten ist, vor allem auf anhaltendes Wachstum in Asien, Russland und dem Nahen Osten. In dieser insgesamt als „Großasien“ definierten Region ist Komatsu nach eigenen Angaben Marktführer mit rund 25 Prozent. Weltweit liegt Caterpillar mit 28 Prozent des Marktes gut zehn Prozentpunkte vor Komatsu.

Für die Expansion in Asien, wo sich wegen des Bau- und Rohstoffbooms eine starke Nachfrage entwickelt, plant Komatsu eine neue Fabrik in Japan. Zum ersten Mal seit elf Jahren baut das Unternehmen, das drei Viertel seines Umsatzes im Ausland erzielt auf heimischem Boden neue Produktionsstätten. Sakane betonte, die Produktionskosten in Japan seien trotz des hohen Lohnniveaus beim derzeitigen Wechselkursniveau „sehr wettbewerbsfähig“.

Ein Vergleich zwischen acht Ländern, den er bei seinem Antritt als Chef 2001 anstellte, ergab sogar, dass manche Produkte des Kran- und Baggerbauers am günstigsten in Japan produziert werden. Dies gelang, obwohl das Durchschnittsgehalt bei der unkonsolidierten Komatsu Ltd. mit umgerechnet 60 000 Euro inklusive Boni und Überstunden alles andere als niedrig ist.

Die Gründe liegen in der Produktivität der Werke und der Notwendigkeit, in die Auslandswerke ein Viertel bis zur Hälfte der Zulieferteile zu verschiffen. Zudem liege das Lohnniveau der Zulieferer in Japan nur rund halb so hoch. Nicht zuletzt, meint Sakane, habe sich der Wechselkurs des Yen zum Dollar seit Mitte der neunziger Jahre so stabilisiert, dass Investitionen in Japan wieder Sinn haben. Komatsu ist in Japan nicht allein mit dem Trend, wieder Werke im Heimatland zu bauen – vor allem für Produkte mit neueste Technik.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März abgelaufen ist, erzielte Komatsu einen konsolidierten Umsatz von umgerechnet 10,6 Mrd. Euro (1,43 Billionen Yen). Das ist eine Steigerung um ein Fünftel. Drei Viertel der Erlöse stammen aus dem Geschäft mit der Bau- und Minenausrüstung. Jüngst hob das Unternehmen die Gewinnerwartungen an.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s erwartet auch in den kommenden Jahren steigende Gewinne. Die Nachfrage dürfte nicht nur in Asien, sondern auch in den USA und Europa wachsen. Die Aktie klettert kräftig und ist mit 1350 Yen nur noch 120 Yen vom Allzeithoch vor anderthalb Jahrzehnten entfernt.

Ein zweites Standbein ist die Produktion von Industriemaschinen und -fahrzeugen, die gut 18 Prozent des Umsatzes ausmacht. In diesem Bereich wird Komatsu derzeit als Ausrüster von Fabriken für die Toyota Motor vom Erfolg des Autobauers mitgetragen. Die Werke seien bis 2007 ausgebucht, meinte Sakane. Derzeit verhandle man mit Toyota über einen weiteren Auftrag, mit dem Komatsu dann bis 2010 ausgebucht wäre. „Wir brauchen mehr Produktionskapazität.“

Das dritte Umsatzstandbein von Komatsu, die Elektronik zu der unter anderem die Herstellung von Halbleitern gehört, betrachtet Sakane dagegen nicht mehr als Kerngeschäft.

Auf Kurs gebracht

Präsident Masahiro Sakane hat Komatsu wieder auf Gewinn- und Wachstumskurs getrimmt.

Kosten: Er senkte die Fixkosten seit 2001 um 370 Mill. Euro. Er ging gegen den Wasserkopf in der Verwaltung, zu viele Produktmodelle und eine unübersichtliche Firmenstruktur mit vielen Tochterunternehmen vor.

Gewinne: Im kommenden Geschäftsjahr will Sakane die operative Umsatzrendite auf zehn Prozent steigern. Im vergangenen Jahr lag sie bei 7,1 Prozent.

Corporate Governance: Das Board wurde auf zehn Mitglieder verkleinert, davon drei Outside-Direktoren, unter NEC Chairman Hajime Sasaki. Ein internationales Beratergremium soll für die nicht-japanische Perspektive sorgen.

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