Bauriesen
Hochtief will Spanier auf Distanz halten

Im Kampf gegen die Übernahme durch ACS solidarisiert sich der Betriebsrat mit dem Vorstand. Auch die Politik wird zu Hilfe gerufen, doch eine gemeinsame Verteidigungsstrategie scheint noch nicht ausgemacht: Während die Kämpfer eine Stacheldraht-Strategie befürworten, sehen andere Hochtief-Berater die Schlacht als geschlagen an.
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DÜSSELDORF/FRANKFURT. Wenn die Aufsichtsräte von Hochtief am heutigen Montag zu ihrer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, werden sie von Trillerpfeifen und Plakaten begrüßt. Siegfried Müller, der Betriebsratschef des Baukonzerns, rechnet mit mindestens 500 Teilnehmern. Sie sollen gegen die geplante Übernahme des Konzerns durch die spanische Actividades de Construcción y Servicios (ACS) demonstrieren.

Der spanische Bauriese, der schon heute 29,98 Prozent an Hochtief besitzt, hat vor einer Woche ein Aktientausch-Angebot für die restlichen Aktien angekündigt. Die Offerte ist unattraktiv, dürfte ACS aber über die 30-Prozent-Schwelle hieven. Bei weiteren Aktienzukäufen könnten sich die Spanier dann ein weiteres Pflichtangebot sparen (siehe Kasten).

Es ist ein raffinierter Plan - doch er könnte aufgehen, auch wenn Müller, wie er betont, wegen der Situation extra seinen Urlaub abgebrochen hat. Er hofft, dass die von ACS entsandten Vertreter des Kontrollgremiums den Widerstand spüren. Auch die übrigen Beschäftigten in der Konzernverwaltung will er "wachrütteln", die Aktion sei "ein Schulterschluss mit dem Vorstand".

Sollte es zu der Übernahme kommen, fürchtet Müller einen "Verlust für den Standort Deutschland, was Arbeitsplätze und Know-how in der Bausparte angeht". Die Politik will er deshalb einschalten. Die Belegschaft könnte in Berlin demonstrieren, der Betriebsrat sich mit einem Brief an alle Aktionäre von Hochtief wenden.

Auch hier also volle Solidarität mit dem Spitzenmanagement des Bauriesen. Denn auch das sucht die Unterstützung der Politik. "Wir gehen davon aus, dass Berlin ein Interesse daran hat, dass die deutsche Bauindustrie international wettbewerbsfähig bleibt", sagte Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter dem Magazin "Wirtschaftswoche".

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