Bausektor
Bilfinger will im Privaten wachsen

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger sieht in privat finanzierten Infrastrukturprojekten einen Markt der Zukunft und will sich deswegen in diesem Segment stärker engagieren. Auch die Mitfinanzierung solcher Vorhaben hat der Konzern bereits bedacht.



HB MANNHEIM. „Unser Eigenkapitalengagement im Geschäftsfeld Betreiberprojekte werden wir in zwei bis drei Jahren auf rund 400 Millionen Euro verdoppelt haben“, sagte Bilfinger-Berger- Vorstandschef Herbert Bodner in Mannheim. „Die Einbeziehung von Finanzinvestoren ist dann denkbar.“ Damit könnte Bilfinger Berger einen Teil der über die Laufzeit durch den Wertzuwachs der Projekte gebildeten stillen Reserven heben. Der Konzern plant, baut und betreibt bisher vor allem im Ausland Brücken, Straßen, Tunnel oder Schulen.





Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern oder Australien sieht Bodner in Deutschland noch keine großen Perspektiven für privatwirtschaftlich finanzierte Infrastrukturprojekte. Daran habe der Regierungswechsel nichts geändert. „Bei Private-Public-Partnership-Projekten sehe ich nur zum Teil Bewegung“, sagte er. Im Hochbau seien zwar Projekte mit einem Volumen von fünf bis sechs Milliarden Euro in Vorbereitung. „Weniger zufrieden bin mit Infrastruktur-Projekten, da wünsche ich mir mehr Mut.“ Von ehemals zwölf geplanten Baumaßnahmen etwa zur Beseitigung von Autobahn-Engpässen würden nur noch fünf weiter verfolgt.



Einen Hoffnungsschimmer sieht der vor 126 Jahren gegründete Konzern für dem seit Jahren schrumpfenden deutschen Baumarkt, der bei Bilfinger Berger nur noch ein Fünftel des weltweiten Baugeschäfts ausmacht. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe sei zuletzt gestiegen. „Es besteht die Hoffnung, dass die Umsätze im Bauhauptgewerbe spätestens im Jahr 2007 nicht mehr sinken“, sagte Bodner. Anhaltend schwach sei der Wohnungsbau.

Die liquiden Mittel von zuletzt 832 Millionen Euro will Bodner für Zukäufe im lukrativen Dienstleistungsgeschäft nutzen. „Vorzugsweise werden wir im Dienstleistungsgeschäft weiter zukaufen, um unsere Ergebnisqualität noch weiter zu verbessern“, sagte der Vorstandschef. Die Sparte war 2005 mit einer Leistung von 2,25 Milliarden Euro zum zweitgrößten Geschäftsbereich nach dem Ingenieurbau aufgestiegen. Bilfinger baut und betreut unter anderem Industrie-Anlagen und -Immobilien und erwirtschaftete damit im vergangenen Jahr eine Umsatzrendite vor Steuern von vier Prozent. Im Ingenieurbau lag die Marge nur bei rund 1,8 Prozent.

Der Branchenzweite in Deutschland nach Hochtief hatte für das zurückliegende Jahr eine deutliche Verbesserung der Rendite im Konzern angepeilt und dieses Ziel fast erreicht. „Bei der Kapitalrendite sind wir 2005 nah dran an elf Prozent“, sagte Bodner. Das erreichte Niveau soll in den kommenden Jahren gehalten werden, um die Kapitalkosten zu verdienen. Im Jahr 2004 hatte die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) noch bei 8,8 Prozent gelegen.

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