Baustoff-Konzern vor Milliarden-Kauf
Heidelberg wirft Auge auf Hanson

Der größte deutsche Baustoff-Konzern Heidelberg Cement steht offensichtlich vor dem Kauf des britischen Konkurrenten Hanson und Vorstandschef Bernd Scheifele damit vor der ersten großen Übernahme seiner Amtszeit. Der Aktienmarkt reagierte prompt.

STUTTGART/LONDON. „Wir prüfen zur Zeit alle Optionen“, teilten die Heidelberger am Donnerstag mit. Das schließe ausdrücklich auch die Möglichkeit eines Angebots zur Übernahme von Hanson ein. Es stehe jedoch noch nicht fest, ob und zu welchen Bedingungen es zu einer Übernahme kommt.

Heidelberg Cement reagierte mit der Mitteilung auf deutliche Kursausschläge der Hanson-Aktie. Allein deswegen vermuten Händler, dass Aktienkäufe für die Deutschen Ursache für den massiven Kursanstieg der Hanson-Aktie in der jüngsten Zeit sein könnten. Ob oder wie viele Anteile Heidelberg Cement besitzt, wollte das Unternehmen nicht sagen. Eine weitere Mitteilung werde zu gegebener Zeit erfolgen.

Am Donnerstagnachmittag notierte die Hanson-Aktie mit 3,7 Prozent im Plus, unmittelbar nach der Mitteilung von Heidelberg Cement schoss der Kurs mehr als 20 Prozent auf 10,25 Pfund in die Höhe; über 28 Millionen Aktien wechselten im Tagesverlauf den Besitzer.

Heidelberg-Chef Bernd Scheifele hatte zuletzt kein Hehl daraus gemacht, dass das Unternehmen nach der abgeschlossenen Neuausrichtung reif für einen größeren Happen ist. Tobias Woerner, Analyst bei Man Securities, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Heidelberger würden wohl nicht mehr als elf Pfund pro Hanson-Anteil bieten, dann würde eine komplette Übernahme 7,85 Mrd. Pfund kosten.

Um Hanson gibt es seit Monaten Übernahmespekulationen. Die Aktie ist auch deshalb seit Jahresbeginn um mehr als die Hälfte gestiegen. In den vergangenen Tagen berichteten Händler von verstärkten Aktivitäten, die darauf hindeuteten, dass jemand eine Beteiligung aufbaue.

In einer Veröffentlichung vom 20. April nennt Hanson eine Reihe britischer institutioneller Investoren als Aktionäre mit Beteiligungen zwischen drei und acht Prozent, darunter Ameriprise Financial, Legal & General, Standard Life, Aviva und Prudential. Ein Sprecher von Hanson wollte am Donnerstag Abend keinen Kommentar zu den Spekulationen abgeben. Zur gegenwärtigen Aktionärsstruktur sagte er nur, die Hanson-Aktien seien breit unter institutionellen Anlegern gestreut.

Seite 1:

Heidelberg wirft Auge auf Hanson

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%