Baustoffbranche
Banken sehen wenig Interesse für Heidelcement

Bei der Neuordnung der Merckle-Holding VEM Vermögensverwaltung richten sich die Gläubigerbanken auf ein langwieriges Verfahren ein. Fachleute aus den Finanzinstituten rechnen inzwischen nicht mehr damit, dass es noch im laufenden Jahr zu einem Verkauf von Anteilen an Heidelberg Cement kommen wird.

FRANKFURT. Bei der Neuordnung der Merckle-Holding VEM Vermögensverwaltung richten sich die Gläubigerbanken auf ein langwieriges Verfahren ein. Fachleute aus den Finanzinstituten rechnen inzwischen nicht mehr damit, dass es noch im laufenden Jahr zu einem Verkauf von Anteilen an Heidelberg Cement kommen wird, die bisher bei der VEM liegen.

Heidelcement, so heißt es in Finanzkreisen, müsse zunächst die relativ kurzfristige Finanzierung auf eine zumindest dreijährige Finanzierung umstellen. Auch die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Rezession und der Baukonjunktur halte Investoren zurück.

Der mit rund 12 Mrd. Euro verschuldete Baustoffkonzern will spätestens Ende des ersten Quartals konkrete Gespräche mit den Banken über eine Neuordnung seiner Finanzierung aufnehmen. Er äußerte sich gestern allerdings zuversichtlich, in den nächsten Monaten neue Kapitalgeber zur Stärkung des Eigenkapitals zu finden. Der bisherige Mehrheitseigner, die Merckle-Gruppe, war im vergangenen Jahr in Liquiditätsnöte geraten und soll sich nun auf Druck der Banken von wichtigen Beteiligungen trennen, darunter ihrem 80-prozentigen Anteil an Heidelcement. Die Gruppe soll dadurch ihre Verschuldung von etwa fünf Mrd. Euro reduzieren. Die besten Chancen für einen Verkauf sehen sowohl Bankvertreter wie auch die VEM selbst dabei für den Pharmahersteller Ratiopharm.

Unterdessen wurde das Steuerungskomitee der Banken erweitert. Neben den großen Kreditgebern Deutsche Bank, Commerzbank, LBBW und RBS sind inzwischen auch die belgische KBC für Phoenix und die Helaba für Ratiopharm mit dabei. Darüber hinaus werden private Kreditgeber von Merckle durch eine Frankfurter Kanzlei in den Beratungen vertreten. Insgesamt sind damit inzwischen sieben Parteien im Steering-Komitee der Merckle-Gläubiger vertreten.

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