Baustoffe
Heidelberg Cement will 1,5 Mrd. einsammeln

Mit einer Kapitalerhöhung will Heidelberg Cement aus der Schuldenfalle. Der Baustoffkonzern will laut Medienbericht so gut 1,5 Milliarden Euro einnehmen. Und das am besten so schnell wie möglich.

HB FRANKFURT. Der mit 11,3 Mrd. Euro verschuldete Baustoffkonzern Heidelberg Cement wird nach einem Pressebericht noch in diesem Monat eine Kapitalerhöhung durchführen, die zwischen 1,2 Mrd. und 1,5 Mrd. Euro in die Firmenkasse spülen soll. Als Konsortialführer wurden in den Kreisen die Deutsche Bank und Morgan Stanley genannt, berichtet die "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). Am Prospekt werde bereits gearbeitet. Der MDax-Konzern war für eine Stellungnahme am Sonntag nicht erreichbar.

"Eher zeitnah als zeitfern" sollen Kapitalmaßnahmen stattfinden, hatte Heidelberg Cement-Finanzvorstand Lorenz Näger Ende Juli gesagt. Heidelberg Cement würde auf Grund der starken Präsenz in den USA und in Großbritannien von einer wirtschaftlichen Erholung dort stark profitieren, hieß es zuletzt von Analysten. Bereits auf der Hauptversammlung im Mai sprach Vorstandschef Bernd Scheifele von einer "klaren Abflachung des Abwärtstrends" in den USA. Die Heidelberger hoffen zudem, dass sie bei der Umsetzung der Infrastrukturprogramme der US-Regierung Aufträge erhalten, vor allem im Straßenbau.

Die Voraussetzungen für eine Kapitalerhöhung sind bereits geschaffen: Scheifele hatte sich auf der Hauptversammlung im Mai die Ausgabe von Schuldverschreibungen für bis zu zwei Mrd. Euro genehmigen lassen, die in bis zu 62,5 Mio. neue Aktien gewandelt werden könnten. Insgesamt hätte Heidelberg Cement die Möglichkeit, bis zu 125 Mio. neue Aktien auszugeben.

Nach wie vor ist völlig unklar, in welchem Umfang die Gläubigerbanken der ebenfalls hoch verschuldeten Merckle-Gruppe Zugriff auf die Stücke haben. Viele Kreditinstitute haben nicht nur Merckle, sondern auch Heidelberg Cement Darlehen eingeräumt. Wer Heidelberg Cement-Aktien als Sicherheiten hat, wird an einem möglichst hohen Ausgabepreis interessiert sein. Zuletzt hatte sich die Unicredit als Großaktionär geoutet, als die Tochter HypoVereinsbank (HVB) einen Anteil von 6,4 % meldete. Die Aktienanalysten der Bank setzen ihr Kursziel übrigens bei 31 Euro und raten zum Verkauf der Aktie.

/ep

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