Baustoffkonzern
Heidelberg Cement baut Verluste aus

Bei Heidelberg Cement geht es nicht mehr um die Existenz. Doch die Verluste steigen erneut stärker als die Analysten erwartet haben. Insbesondere das Geschäft in Europa belastet das Ergebnis.
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HeidelbergPreisschübe bei Energie und Reparaturen sowie höhere Frachtenkosten haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement zu Jahresbeginn zugesetzt. In den wegen der winterlichen Witterung auf der Nordhalbkugel traditionell schwachen Monaten Januar bis März vergrößerte sich der Fehlbetrag nach Minderheiten-Anteilen auf 204 Millionen Euro nach 161 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie HeidelbergCement am Donnerstag mitteilte.

Der operative Gewinn schrumpfte um drei Viertel auf 14 Millionen Euro zusammen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang des Betriebsgewinns auf 52,9 Millionen Euro gerechnet.
Die operative Marge erreichte zu Jahresbeginn noch magere 0,5 Prozent nach 2,3 Prozent vor Jahresfrist, da die Einkaufskosten für die energie- und kapitalintensive Zementproduktion schneller als die Erlöse kletterten. Die unerwartet kräftigen Kostensteigerungen will Deutschlands Branchenführer nun auf breiter Front mit Preiserhöhungen kontern. Im vergangenen Jahr waren diese jedoch größtenteils verpufft.

Der Umsatz legte im Auftaktquartal um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu, da HeidelbergCement - wie Konkurrent Cemex - von einem milden Winter und der Konjunkturbelebung in Nordamerika profitierte. Damit glich der Konzern die schwächere Nachfrage in Europa aus, für die HeidelbergCement das kalte Winterwetter und die schwächelnde Konjunktur verantwortlich machte.

Auch in den Schwellenländern Asiens und in Afrika wurde mehr Zement verkauft, da die Bautätigkeit dort rege blieb. "Wir werden unsere erfolgreiche Strategie des gezielten Ausbaus unserer Zementkapazitäten in den Schwellenländern fortsetzen", kündigte Vorstandschef Bernd Scheifele an.
Gleichzeitig will er jedoch auch den Schuldenberg von netto 8,4 Milliarden Euro abbauen, um die Bonitäts-Note zu verbessern und sich günstiger refinanzieren zu können. Im ersten Quartal sanken die Verbindlichkeiten um 248 Millionen Euro.

Für 2012 sieht sich Vorstandschef Scheifele trotz erwarteter Einbußen im europäischen Zementgeschäft auf Kurs und bekräftigte seine Sparmaßnahmen. Binnen drei Jahren sollen die Ausgaben um 850 Millionen Euro sinken. Bei den Energiekosten und den Personalausgaben sei zwar ein weiterer Anstieg im laufenden Jahr zu erwarten, die Preisschübe schwächten sich aber ab. Mit Hilfe von Kostensenkungen und gezielten Preiserhöhungen soll die Preisspirale bei Einkauf und Personalaufwand wettgemacht werden. Umsatz und operatives Ergebnis dürften im laufenden Jahr voraussichtlich zulegen, stellte der Vorstand in Aussicht. "Die Nachfrageentwicklung im ersten Quartal hat uns in unserem Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 bestätigt", sagte Scheifele vor der für Donnerstag anberaumten Hauptversammlung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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