Industrie

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Baustoffkonzern: HeidelbergCement spart emsig weiter

Den Gewinn gesteigert, die Dividende hoch gesetzt und die Schulden verringert: HeidelbergCement verkündet ein gutes Jahresergebnis. Und setzt trotzdem weiter auf ein straffes Sparprogramm.

Im Stammwerk von Heidelberg in Leimen im Rhein-Neckar-Kreis. Quelle: dpa
Im Stammwerk von Heidelberg in Leimen im Rhein-Neckar-Kreis. Quelle: dpa

HeidelbergDer Nettogewinn von Deutschlands größtem Baustoffkonzern HeidelbergCement kletterte im vergangenen Jahr dank des milden Winters um fünf Prozent auf 534 Millionen Euro - gegen den Negativtrend in der Zementbranche. Dennoch hält Vorstandschef Bernd Scheifele das Geld zusammen: Die Dividende soll nur von 25 auf 35 Cent steigen, der Abbau der Nettoverbindlichkeiten von 7,8 Milliarden Euro habe weiter Vorrang, sagte er am Donnerstag in Heidelberg. Die Kosten sollen weiter sinken. „Große Akquisitionen, die die Verschuldung des Unternehmens spürbar erhöhen würden, sind weiterhin nicht Teil unserer Strategie“, betonte Scheifele im Geschäftsbericht.

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In Nordamerika will HeidelbergCement vielmehr einen neuen Anlauf nehmen, um Randgeschäfte - etwa mit Ziegeln - loszuschlagen, nachdem sich die Baukonjunktur dort erhole. Der Umsatz und der operative Gewinn sollen 2012 moderat steigen - auch durch Preiserhöhungen, die „mit hoher Priorität“ verfolgt würden. In den ersten beiden Monaten sei HeidelbergCement dabei auf Kurs. Im vergangenen Jahr war die Preisrunde verpufft, weil die steigenden Strom- und Dieselkosten der energiefressenden Zement- und Betonproduktion auf die Margen drückten. 170 Millionen habe das allein gekostet, 130 Millionen Einnahmen fielen durch sinkende Preise für Zertifikate zur Luftverschmutzung weg, mit denen HeidelbergCement handelt.

Der Umsatz lag mit 12,9 Milliarden Euro dennoch zehn Prozent über Vorjahr, weil die Bauindustrie dank milder Temperaturen bis weit in den Winter hinein arbeiten konnte. Der operative Gewinn stieg um drei Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Denn das 2011 aufgesetzte Sparprogramm machte die Kostensteigerungen teilweise wett: Statt 200 Millionen brachten Verbesserungen im Einkauf und Effizienzgewinne fast das Doppelte. Insgesamt soll das Programm nun bis Ende nächsten Jahres 850 Millionen statt 600 Millionen Euro bringen. Ein neues Effizienzprogramm im Transport soll bis 2014 zu zusätzlichen Einsparungen von 150 Millionen führen. Auch für 2013 sagte der Vorstandschef steigende Gewinne voraus. Die Aktie stieg um 3,4 Prozent.

Der 53-jährige Scheifele, ein Vertrauter von Großaktionär Ludwig Merckle, hat HeidelbergCement in den vergangenen Jahren wieder auf Kurs gebracht. Im vergangenen Jahr verdiente er 3,2 Millionen Euro. „Das Jahr 2011 war ein weiterer konsequenter Schritt hin zur Erreichung unserer strategischen Ziele“, sagte Scheifele. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen soll mittelfristig auf drei Milliarden Euro steigen, 2011 waren es 2,32 Milliarden.

Die Nettoverschuldung will HeidelbergCement auf das 2,8-fache des operativen Ergebnisses drücken, im vergangenen Jahr war sie um 380 Millionen Euro gesunken, der Verschuldungsgrad liegt aber immer noch bei 3,3. Deshalb liege die Dividende auch erst bei gut der Hälfte der angepeilten Ausschüttungsquote von 30 bis 35 Prozent. Scheifele will die Bonität des Konzerns damit auf ein Niveau bringen, das auch konservativen Investoren ein Engagement in HeidelbergCement-Anleihen erlaubt. Damit würden auch die Zinsen sinken. Ein konkretes Schuldenziel für 2012 gab Scheifele nicht aus.

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