Baustoffkonzern
Talfahrt bei Heidelberg Cement flacht ab

Die Wirtschaftskrise drückt weiter auf das Ergebnis des Baustoffkonzerns Heidelberg Cement. Die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hätten sich jedoch in den Monaten April und Mai im Vergleich mit den ersten drei Monaten dieses Jahres etwas abgeschwächt.

STUTTGART. Die Wirtschaftskrise drückt weiter auf das Ergebnis des hoch verschuldeten Baustoffkonzerns Heidelberg Cement. Doch der größte deutsche Baustoffkonzern sieht erste Anzeichen für eine Entspannung. „Die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn haben sich in den Monaten April und Mai im Vergleich mit den ersten drei Monaten dieses Jahres etwas abgeschwächt“, sagte eine Sprecherin. Vor allem in den Schwellenländern China, Indien und Türkei sieht Heidelberg Cement eine Stabilisierung der Nachfrage. Konkurrent Holcim hatte am Mittwoch ebenfalls von einer Aufhellung des Geschäfts in den Schwellenländern berichtet und eine Verlangsamung des Gewinnrückgangs konstatiert.

Bei Heidelcement schrumpfte in den Monaten April und Mai der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,4 Prozent auf zwei Mrd. Euro. Das operative Ergebnis fiel um 35 Prozent auf 280 Mio. Euro. Im Auftaktquartal hatte der Baustoffkonzern nur einen Gewinn von elf Mio. Euro verbucht, der Umsatz hatte um 23 Prozent nachgegeben.

Konzernchef Bernd Scheifele sieht aber das Unternehmen nach der jüngsten Umschuldung und dem Sparprogramm wieder auf Kurs. Sein Einsparziel von 250 Mio Euro hat Scheifele mit 380 Mio. Euro übertroffen. Der Konzern stehe nun auf einer stabilen Basis, um die Wirtschaftskrise zu meistern.

Wegen des zuversichtlichen Ausblicks kletterten die seit Monaten unter Druck stehenden Aktien von Heidelberg Cement um drei Prozent auf 27,4 Euro. Die Halbjahreszahlen veröffentlicht das Unternehmen am 4. August. Als „positive Überraschung“, wertete DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck die Veröffentlichung. Die Branche bleibt nach Einschätzung von Experten aber unter Druck.

Mitte Juni hatte Heidelberg Cement von mehr als 50 Gläubigerbanken einen neuen, bis Dezember 2011 laufenden, Konsortialkredit im Umfang von 8,7 Mrd. Euro erhalten. Der mehrheitlich zur Merckle-Gruppe gehörende Baustoffkonzern gewann damit gut zwei Jahre Zeit, um seine strapazierte Bilanzstruktur zu verbessern. Die hohe Verschuldung resultiert aus der 14 Mrd. Euro teuren Übernahme der britische Hanson-Gruppe, die man 2007 nahezu komplett über Bankkredite finanzierte. Diese Strategie entpuppte sich als Irrweg, nachdem die globale Baukonjunktur 2008 drastisch einbrach und sich die Finanzprobleme beim Großaktionär Merckle offenbarten.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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