Bauunternehmen
Bilfinger betreibt neues Gefängnis in Burg

Angesichts der wachsenden Staatsverschuldung keimt bei Deutschlands Bauunternehmen Hoffnung: Leere Kassen könnten für neue Aufträge für Betreiberprojekte (PPP-Projekte) sorgen. Allein sieben solcher Betreiberprojekte nimmt der Großkonzern Bilfinger in diesem Jahr in Betrieb – wie sich der Konzern von der Baukonjunktur abnabeln möchte.

MAGDEBURG. „Wir sind davon überzeugt, dass die öffentliche Hand angesichts der Kassenlage verstärkt auf PPP-Projekte zurückgreifen muss“, meint Herbert Bodner, Präsident des Hauptverbands der Bauindustrie und Vorstandschef von Bilfinger Berger, dem zweitgrößten Baukonzern in Deutschland.

Bei Bau- und Betreiberprojekten plant, finanziert, baut und betreibt über einen längeren Zeitraum ein privater Investor öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Tunnel oder Justizvollzugsanstalten. Dies ist in der Regel um zehn bis 20 Prozent kostengünstiger als eine vergleichbare Leistung der öffentlichen Hand.

Während Maut-Projekte im Bereich der Infrastruktur, beispielsweise Brücken, Tunnel oder Autobahnen, nur schleppend in Gang kommen, gibt es im Hochbau bereits über 100 Projekte. Die Vorhaben haben oft eine überschaubare Größe, so dass sich auch einigen Mittelständlern wie Goldbeck aus Bielefeld Chancen bieten; sie verkaufen beispielsweise Sporthallen oder Amtsgebäude als PPP-Modell. Beherrscht wird das Geschäft allerdings von Großkonzernen wie Hochtief und Bilfinger Berger, die sich mit dem neuen Dienstleistungsgeschäft rund um Immobilien unabhängiger von der stark schwankenden Baukonjunktur und den Unwägbarkeiten im reinen Baugeschäft machen wollen.

Sieben PPP-Projekte nimmt allein Bilfinger in diesem Jahr weltweit in Betrieb. Der Barwert des Betreiberportfolios, das aktuell 25 Projekte umfasst, stieg laut Bodner im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 177 Mio. Euro. Das gebundene Eigenkapital beläuft sich auf 334 Mio. Euro (plus 85 Prozent). Um weitere Projekte finanzieren zu können, will Bodner künftig Finanzinvestoren mit ins Boot holen. Bei Hochtief ist dies bereits üblich, etwa bei der Finanzierung von Flughäfen.

100 Mio. Euro Investitionsvolumen, 25 Jahre Nutzungsdauer, 22 Hektar Grundstück und 61 645 Quadratmeter bebaute Grundfläche – lautet die Bilanz eines der Vorzeigeprojekte des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger. Es ist die jüngste deutsche Justizvollzugsanstalt mit Platz für 658 Häftlinge in Burg in Sachsen-Anhalt. Die Banken gaben sich angesichts des „geringen Projektrisikos“ mit einem Eigenkapitalanteil von zehn Prozent zufrieden.

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