Bauwirtschaft
Wohnungsbau rutscht immer tiefer in die Krise

Der Wohnungsbau steckt in der Krise: Im Vergleich zu 1995 ist der Zahl der neu errichteten Wohneinheiten um 70 Prozent gesunken. Licht am Ende des Tunnels ist kaum in Sicht. Die Bauindustrie erwartet, dass auch in diesem Jahr weniger Wohnungen gebaut werden, als nötig wären, um den Bedarf zu decken. In Ballungsgebieten könnte es zu Engpässen kommen.

DÜSSELDORF. Der Wohnungsbau bleibt das Sorgenkind der Bauwirtschaft. Im vergangenen Jahr seien so wenig Wohnungen fertiggestellt worden wie noch nie seit der Wiedervereinigung, teilte das Statistische Bundesamt gestern mit. Insgesamt wurden knapp 176 000 Wohnungen errichtet oder ausgebaut, das waren 16,5 Prozent weniger als im Jahr 2007.

Seit 1995, als mit 603 000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ist die Zahl damit um mehr als 70 Prozent gefallen. Unter den 176 000 fertiggestellten Wohnungen waren 152 000 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. Am stärksten war der Rückgang mit mehr als 20 Prozent bei Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier war der Markt nach der Abschaffung der Eigenheimzulage besonders stark eingebrochen.

Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht: Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet, dass die Zahl der fertiggestellten neuen Wohnungen in diesem Jahr mit 180 000 deutlich unter dem Niveau von 250 000 Wohnungen liegt, der nach Auffassung des Verbands zur Deckung des Bedarfs nötig wäre. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass Deutschland zumindest in den Ballungsregionen zu Beginn des nächsten Jahrzehnts auf einen neuen Wohnungsengpass zusteuere, warnte daher kürzlich Herbert Bodner, Verbandspräsident und gleichzeitig Chef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger. Die Umsätze werden in diesem Jahr laut der Prognose um drei Prozent auf rund 25 Mrd. Euro sinken.

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