Bauzulieferer
Pfleiderer schreibt weiter rote Zahlen

Pfleiderer hat erneut einen Quartalsverlust erlitten - und dabei auch noch die Erwartungen der Analysten verfehlt. Trotzdem wird das Unternehmen wieder vorsichtig optimistisch.
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HB NEUMARKT. Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer hat im dritten Jahresviertel wegen der anhaltenden Nachfrageflaute infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise erneut rote Zahlen geschrieben. Der Verlust nach Anteilen Dritter habe von Juli bis September 21,8 Mio. Euro betragen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Dienstag in Neumarkt mit. Damit verfehlte Pfleiderer die Schätzungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 11,2 Mio. Euro geschrieben. Operativ machte das Unternehmen einen Verlust von 3,2 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte Pfleiderer einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 32,6 Mio. Euro ausgewiesen.

Der Umsatz schrumpfte auf 347,3 (Vorjahr: 436,4) Mio. Euro. "Wir sehen für unser Geschäft zwar seit Mitte des dritten Quartals eine Belebung, die über die zu erwartende saisonale Entwicklung hinaus geht", sagte Unternehmenschef Hans Overdiek laut Mitteilung. "Aber wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit sagen, wie nachhaltig diese positive Nachfrageentwicklung ist." Erholungstendenzen zeichneten sich vor allem in Ost- und Westeuropa ab. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Pfleiderer einen Umsatz von rund 1,4 Mrd. Euro.

Pfleiderer ist auf der Suche nach frischem Geld für seinen Schuldenabbau. „Wir werden sicherlich über eine Kapitalerhöhung oder den Verkauf von Unternehmensteilen nachdenken“, sagte Unternehmenschef Hans Overdiek am Dienstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Möglicherweise werde sich Pfleiderer von Werken trennen, konkretisierte er. Vordringlich will Overdiek die Verbindlichkeiten aber über das laufende Geschäft reduzieren.

Vor allem ein Nachfrageeinbruch in West- und Osteuropa hatte dem Unternehmen zugesetzt. Pfleiderer will trotz des zweiten Quartalsverlusts in Folge im Gesamtjahr 2009 aber operativ in den schwarzen Zahlen bleiben. „Ich gehe von einem Gewinn auf operativer Ebene aus“, sagte Overdiek. Unter dem Strich werde die im MDax notierte Gesellschaft aber unter anderem wegen gestiegener Zinskosten einen Verlust machen.

In den ersten neun Monaten blieb das operative Ergebnis schon positiv: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 19,4 (Vorjahr: 87,4) Mio. Euro. Unterm Strich wies Pfleiderer bereits einen Minus von 24,6 Mio. Euro aus. Im Vorjahr hatte Pfleiderer nach Minderheiten noch einen Gewinn geschrieben.

Auf die Krise reagierte Pfleiderer mit einem Sparprogramm. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen die Kosten um mehr als 80 Mio. Euro senken. „Wir haben bereits in den ersten zehn Monaten dieses Ziel erreicht“, sagte Overdiek. Das Sparziel werde daher übertroffen. Noch nicht zufrieden zeigte sich der Pfleiderer-Chef bezüglich der Verwaltungskosten in Westeuropa. „Wir werden die Kosten 2010 im zweistelligen Millionen-Bereich senken.“ Ende September beschäftigte Pfleiderer 5 636 (Vorjahr. 5 926) Mitarbeiter.

Die zukünftige Finanzierung des Unternehmens ist noch nicht abschließend geregelt. „Mit Ausnahme von zwei Banken, mit denen noch Details und verbleibende Punkte geklärt werden müssen, haben die Finanzierungspartner den Verhandlungsergebnissen zugestimmt“, sagte Overdiek. Pfleiderer erwartet einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende November. „Damit wird unsere Finanzierung für die nächsten vier Jahr gesichert, aber zu höheren Kosten“, sagte Overdiek. Er geht davon aus, dass die Zinskosten 2010 um einen niedrigen zweistelligen Mio. Bereich steigen werden.

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