Bayer, BASF und Lanxess von herannahendem Wirbelsturm betroffen
Deutsche Chemiekonzerne stoppen Produktion wegen „Rita“

Deutsche Chemiekonzerne wappnen sich vor Hurrikan "Rita". Das heißt: Anlagen in den betroffenen Gebieten herunterfahren, Mitarbeiter nach Hause schicken und die Versicherungspolicen noch einmal überprüfen.

HB FRANKFURT. Bayer teilte am Donnerstag mit, der Konzern habe seine Chemieanlagen in Baytown nahe Houston mit derzeit rund 1100 Beschäftigten geschlossen. Alle nicht unbedingt benötigten Mitarbeiter seien freigestellt worden. Die Anlagen gehören zur Konzernsparte Material Science. "Unsere Anlagen in Texas sind gegen Sturmschäden und Produktionsausfälle versichert", sagte ein Bayer-Sprecher.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum hatte "Rita" innerhalb von wenigen Stunden um zwei Kategorien und damit bis zur größten Stärke hochgestuft. Als Hurrikan der Kategorie 5 gilt "Rita" damit als "verheerend", bringt Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometer und Flutwellen von mehr als fünf Metern mit sich. Mehr als eine Million Menschen waren am Donnerstag auf der Flucht aus den texanischen Küstengebieten. Die Behörden hatten die Bewohner eines 500 Kilometer langen Küstenstreifens aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Chemie-Konkurrent BASF hatte zuvor erklärt, dass der Hurrikan "Rita" zur Stilllegung von Anlagen in Texas führen wird. Abkömmliche Arbeiter einer Anlage im texanischen Freeport wurden bereits freigestellt. Dort beschäftigt BASF 600 Menschen. "Unsere Anlagen sind angemessen versichert, zu Einzelheiten des Versicherungsschutzes machen wir keine Angaben", sagte ein Sprecher. Die Produktionsstätte solle bis Donnerstagmittag vollständig geschlossen sein. Über eine Stilllegung einer petrochemischen Basisanlage in Port Arthur - ein so genannter Cracker - sollte erst noch entschieden werden, hieß es.

Der vor wenigen Monaten von Bayer abgespaltene Chemiekonzern Lanxess stoppte vorsorglich die Produktion an seinen texanischen Standorten in Baytown und Orange. "Sämtliche Anlagen wurden in einen sicheren Zustand versetzt", sagte ein Sprecher am Donnerstag. An beiden Standorten beschäftigt Lanxess rund 300 Mitarbeiter.

"Es wird eindeutig zu Ausfällen kommen, aber einige europäische Firmen sind besser positioniert als ihre US-Wettbewerber, da sie ihre Produktion zu Standorten in Europa transferieren und Produkte von dort verschiffen können", prognostizierte Analyst Ludger Mues vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Ein Effekt des Hurrikans könnten höhere Preise sein.

Da "Rita" auch zahlreiche Ölförder- und Raffinerieanlagen im Golf von Mexiko und an der Küste bedroht, hielt sich der Ölpreis bei rund 68 Dollar je Barrel.

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