Bayer, BASF und Syngenta kämpfen gegen den „Asiatischen Rost“ in den USA und Südamerika
Soja-Schädling kurbelt Umsatz der Agrochemie-Konzerne an

Eine Pilzkrankheit droht, die Sojaernten in den wichtigsten Erzeugerländern zu vernichten. Die Pflanzenseuche zwingt die Farmer zum Spritzen. Allerdings bieten nur wenige Pflanzenschutzkonzerne so genannte Fungizide an, die gegen den "Asiatischen Rost" wirken.

DÜSSELDORF/SÃO PAULO. Eine Pilzkrankheit droht, die Sojaernten in den wichtigsten Erzeugerländern zu vernichten. Der "Asiatische Rost" hat weite Teile der Anbauflächen in Brasilien befallen, das weltweit wichtigster Exporteur des für Lebensmittelhersteller wie Nestlé und Unilever unverzichtbaren Agrarprodukts ist. An Brasiliens aktueller Sojaernte im Wert von 14 Mrd. Dollar entstanden Schäden von drei Mrd. Dollar.

Jetzt taucht der Pflanzenschädling auch in den USA auf, im mit 18 Mrd. Dollar Erntewert weltgrößten Sojaanbauland. Zwar ist dort die Ernte schon fast völlig eingefahren. Aber für 2005 rechnet Friedrich Berschauer, Chef der Bayer-Tochter Crop Science, mit dem Schlimmsten. Dem Handelsblatt sagte er, dass "2005 auch in den USA ein Markt für Mittel gegen den ?Asiatischen Rost? entstehen wird".

Der Pilz ist nur mit einiger Erfahrung zu entdecken. Mit einer Lupe sind auf den unteren Blättern der Sojapflanze winzige dunkle Flecken zu erkennen. Wenn der Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen Phakopsora Pachyrhizi erst mit bloßem Auge zu erkennen ist, ist es für die Ernte zu spät: Die Zellen des Schädlings teilen sich im Stundenrhythmus, der Wind trägt die Sporen bis zu 500 Kilometer weit. Befallene Sojapflanzen verkrüppeln, ihre Bohnen werden für die kommerzielle Nutzung nicht groß genug.

Die Pflanzenseuche zwingt die Farmer zum Spritzen. Allerdings bieten nur wenige Pflanzenschutzkonzerne so genannte Fungizide an, die gegen den "Asiatischen Rost" wirken. Ihnen winken jetzt zusätzliche Umsätze, die Milliardenhöhe erreichen könnten. Allein in Brasilien wurden seit Jahresbeginn 400 Mill. Dollar für Fungizide ausgegeben. Jeweils rund 140 Mill. Dollar davon entfielen auf Bayer und BASF.

"Der ?Asiatische Rost? kann im Soja-Anbau Ertragsausfälle von 80 Prozent verursachen und erfordert eine rasche und konsequente Behandlung", sagt Berschauer. Allerdings rechnet er des Klimas wegen nicht damit, dass der Pilz in den USA so große Schäden anrichtet wie in Brasilien. "Aber wir sind auf den Ausbruch der Pilzkrankheit in den USA gut vorbereitet."

Das sieht auch sein schärfster Konkurrent so, der mit gut sechs Mrd. Euro Umsatz etwa gleichgroße Schweizer Pflanzenschutzkonzern Syngenta. In Basel schätzt man den US-Markt für Fungizide gegen den Sojapilz 2005 konservativ auf rund 300 Mill. Dollar.

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