Bayer-Chef
Marijin Dekkers wird Chef des Chemieverbandes

Die chemische Industrie erhält ein neues Gesicht: Ab morgen übernimmt der Bayer-Chef Dekkers den Posten des VCI-Chefs. Damit löst er den Merck-Chef ab und ist der erste Ausländer in dieser Position seit 25 Jahren.
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DüsseldorfErstmals seit 25 Jahren rückt wieder ein ausländischer Manager an die Spitze des Chemieverbandes VCI. Der aus den Niederlanden stammende Bayer-Chef Marijn Dekkers sei von den Mitgliederversammlung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) zum Präsidenten gewählt worden, teilte der VCI am Freitag mit. Seine zweijährige Amtzeit beginnt am 27. September. Dekkers löst damit Merck-Chef Karl-Ludwig Kley als Sprachrohr der chemischen Industrie ab. Der Bayer-Chef kündigte an, sich für eine „gemeinsame Innovationsoffensive von Gesellschaft, Industrie und Politik“ einsetzen zu wollen. Innovationsfähigkeit sei ein Schlüssel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mehr „Entfaltungsspielraum für die Forschung und weniger Investitionshemmnisse“ seien in Deutschland angezeigt.

Die Chemiebranche ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Autobranche und dem Maschinenbau. Der VCI vertritt die Interessen von rund 1650 Chemieunternehmen. Die Branche hatte zuletzt rund 440.000 Beschäftigte. Der letzte aus dem Ausland stammende VCI-Präsident war der ehemalige Henkel-Chef Helmut Sihler. Die Amtszeit des Österreichers an der Spitze des VCI endete 1989.

Die Aussichten für die Branche hatten sich zuletzt eingetrübt, erst Anfang September hatte der VCI seine Prognose für 2014 gesenkt. Die Chemiebranche mit Größen wie BASF, Bayer und Evonik rechnet im laufenden Jahr noch mit einem Anstieg der Chemikalienproduktion um 1,5 Prozent. Eigentlich hatte der Verband ein Plus von zwei Prozent angepeilt. Beim Umsatz wird ein Zuwachs von einem Prozent auf 192,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt - zuvor wurde ein Plus von 1,5 Prozent prognostiziert.

Auf Dekkers kommt mit dem neuen Amt nun noch mehr Arbeit zu. Sein Unternehmen baut er derzeit radikal um. Der mehr als 150 Jahre alte Traditionskonzern Bayer hatte jüngst angekündigt, seine Kunststoff-Sparte an die Börse bringen zu wollen.

Doch der scheidende Präsident Kley sieht auch einen längerfristigen Trend: Deutschland habe „in den letzten beiden Jahrzehnten Anteile am Weltchemiehandel und der Weltchemieproduktion verloren“, beklagte er. Unter anderem leide die Branche unter hohen Energiepreisen. „Deutschland braucht bezahlbare Energie und die besseren Ideen, um dauerhaft erfolgreich zu sein“, unterstrich er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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