Bayer-Kunststoffsparte
Covestro macht sich für die Börse schick

Kurz vor der Abspaltung kann Bayer bei seiner Kunststoffsparte Material Science einen kräftigen Ertragssprung präsentieren. Das kommt genau rechtzeitig – unter dem Namen Covestro soll der Bereich schon bald an die Börse.
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FrankfurtRechtzeitig für den geplanten Börsengang präsentiert sich Bayer Material Science (BMS), die Kunststoffsparte des Bayer-Konzerns, in aufstrebender Verfassung. Im zweiten Quartal verbuchte die Bayer-Tochter einen Umsatzanstieg um elf Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn legte von 109 auf 278 Millionen Euro zu und hat sich damit im Jahresvergleich mehr als verdoppelt.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) wird mit 506 Millionen Euro um 87 Prozent höher ausgewiesen als im Vorjahr. Für das gesamte erste Halbjahr errechnet sich für diese Ertragsgröße ein Plus von 46 Prozent auf 930 Millionen Euro, während der Umsatz um neun Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zulegte. Die Ebitda-Marge verbesserte sich damit von elf auf 15 Prozent.

Bayer will die Kunststoff-Tochter unter dem Namen Covestro als eigenständiges Unternehmen an den Kapitalmarkt bringen und bereitet einen Börsengang für das dritte oder vierte Quartal vor. Eine starke Ertragsentwicklung ist wichtig, um eine möglichst hohe Bewertung für die Tochter zu erzielen, die schwerpunktmäßig in der Produktion der Kunststoffe Polyurethan und Polycarbonat tätig ist.

Bayer will den Teilkonzern bevorzugt im Wege eines regulären Börsengangs, das heißt durch den Verkauf von Aktien, am Markt platzieren. Dem Leverkusener Konzern, der sich künftig ganz auf das Gesundheits- und Agrochemiegeschäft konzentrieren will, würde in diesem Fall ein beträchtlicher Erlös zufließen, den er zur weiteren Expansion im Pharma- oder Pflanzenschutzbereich nutzen könnte.

Bayer Material Science kämpfte in den letzten Jahren mit Preisdruck als Folge von Überkapazitäten und hohen Rohstoffkosten. Vor allem das Polycarbonat-Geschäft stand deutlich unter Druck. Die Ebitda-Marge der Sparte war daher von mehr als 18 Prozent Mitte des letzten Jahrzehnts auf nur noch knapp zehn Prozent in den vergangenen beiden Jahren geschrumpft, die Ebit-Rendite auf unter fünf Prozent. Bezogen auf den Kapitaleinsatz verdiente die Sparte nur noch knapp sechs Prozent, und damit zu wenig um ihre Kapitalkosten zu verdienen.

Doch das soll sich 2015 wieder ändern. Auch für das dritte Quartal und das Gesamtjahr stellt Bayer eine kräftige Ertragsverbesserung in Aussicht, die allerdings nicht mehr so stark ausfallen werden wie der Sprung im ersten Halbjahr. Alles in allem dürfte BMS im Gesamtjahr damit aber auf ein Ebitda von mehr als 1,5 Milliarden Euro zusteuern. Ihre Kapitalkosten soll die Sparte wieder verdienen.

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