Bayer mit neuer Struktur
Dekkers und seine letzte Mission

Bayer startet in einer vollkommen neuen Struktur ins neue Jahr. Wie Konzernchef Dekkers Medizin für Menschen, Tiere und Pflanzen bündelt, ist in der Branche einzigartig – und muss seinen tieferen Sinn erst noch beweisen.
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Düsseldorf„Die Weichen bei Bayer sind neu gestellt“, sagt der Vorstandsvorsitzende und bekräftigt: „Die neue Struktur bietet große Chancen, von denen auch die Mitarbeiter profitieren werden.“ Man wolle künftig in den einzelnen Segmenten noch schlagkräftiger operieren können.

So ist es in einer Pressmitteilung vom Dezember 2001 zu lesen, der Vorstandsvorsitzende von Bayer hieß damals Manfred Schneider. Der Aufsichtsrat des Leverkusener Konzerns hatte gerade eine tiefgreifende Neuordnung abgesegnet: Aus der integrierten Bayer AG wurde wenig später eine Management-Holding mit vier eigenständigen Teilkonzernen: Gesundheit, Pflanzenschutz, Chemie und Kunststoffe. Das Aufbrechen des Konzerns, das war Schneider damals klar, wird „für viele Mitarbeiter nicht einfach sein“, wie er sagte. Es werde Flexibilität nötig sein.

Das gilt 14 Jahre später wohl genauso. Denn zum 1. Januar 2016 macht Bayer in Sachen Konzernstruktur gewissermaßen kehrt. Die Holdingstruktur mit den Teilkonzernen wird abgeschafft. Bayer wird im neuen Jahr wieder ein integriertes Unternehmen sein, das seine operativen Gesellschaften in drei Divisionen neu zusammensetzt. Grund dafür ist weniger die Lust, alle 14 Jahre mal etwas Neues zu machen. Es ist die Metamorphose, die Bayer in dieser Zeit erlebt hat.

Erst wurde im Jahr 2005 die Chemietochter unter dem Namen Lanxess verselbstständigt. Ab diesem Zeitpunkt stand die Frage im Raum, ob und wann sich der Konzern auch von seiner Kunststofftochter Material Science trennt. So etwas geht bei Bayer nicht von heute auf morgen – schließlich ist die Herstellung von Kunststoffen eine der Wurzeln des 1863 gegründeten Unternehmens.

Dass das Geschäft von Bayer Material Science (BMS) ganz anderen Gesetzen als das Pharma- und Agrochemiebusiness folgt, war längst klar. Seit 2010 aber wurde den Akteuren immer deutlicher, dass Bayer nicht länger mit voller Kraft und Ausdauer auf drei Hochzeiten tanzen kann. An vorderster Stelle vertrat diese Sicht der neue Chef: Marijn Dekkers.

Der Holländer mit amerikanischem Pass wusste genau, dass der Konzern die ihm zur Verfügung stehenden Mittel allein für den Erfolg im Pharmageschäft und im Pflanzenschutz braucht. Die Entwicklung von Medikamenten und von Pflanzenschutzmittel wird immer aufwendiger und teurer. Beide Branchen erfasst eine Übernahmewelle, die immer größere und finanzkräftigere Konkurrenten entstehen lässt.

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