Bayer, Monsanto, BASF: Wo die Gerüchte blühen

Bayer, Monsanto, BASF
Wo die Gerüchte blühen

In der Agrarchemie loten die Tophersteller Fusionen und Übernahmen aus – jetzt soll Bayers Pflanzenschutzgeschäft im Visier des US-Konzerns Monsanto sein. Und auch über BASF wird viel spekuliert. Ein Überblick.

DüsseldorfZwei Produkte dominieren das weltweite Geschäft in der Agrarchemie: Die großen Anbieter verkaufen Saatgut wie Weizen, Mais und Raps an die Landwirte. Sind die Pflanzen ausgesät, sollen ihnen wirksame chemische und biologische Mittel gegen Insektenbefall, Pilze und Unkraut zur vollen Blüte helfen.

Seit Monaten gibt es in der Branche aber eine weitere Blüte – die der Gerüchte über Fusionen und Übernahmen. Im Wochenrhythmus kommen neue Spekulationen auf den Markt. Am Montag geriet der Bayer-Konzern in den Fokus: Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass Bayer in Gesprächen mit dem US-Konkurrenten Monsanto stehe. Die Amerikaner hätten sogar Interesse an einer Komplettübernahme von Bayers Agrochemie-Geschäft, hieß es. Die Bayer-Aktie legte wegen der Gerüchte zeitweise um mehr als fünf Prozent zu.

Mit BASF hätte Monsanto bereits gesprochen – ohne Ergebnis. BASF wiederum, so hieß es in den vergangenen Wochen, habe seinerseits beim Schweizer Pflanzenschutzspezialisten Syngenta wegen einer Übernahme angeklopft. Zugleich hätten die Ludwigshafener Gesprächen mit dem US-Chemiekonzern Dupont über einen Zusammenschluss gesprochen.

Die Spekulationen schießen hoch. Fakt ist, dass im überschaubaren Club der sechs großen Agrarchemiehersteller derzeit jeden mit jedem redet. Denn die Tür für eine Neuordnung der Branche ist weit geöffnet. Dupont und Dow Chemical fusionieren in den USA und formen in den nächsten Jahren den weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut mit rund 18 Milliarden Dollar Umsatz. Die Nummer zwei der Branche, Syngenta, geht für 43 Milliarden Dollar an den chinesischen Staatskonzern Chem-China. Was macht nun der Rest der Branche?

Der Verkauf von Syngenta an die Chinesen hat vor allem Marktführer Monsanto aus den USA in die Defensive gebracht. Denn die Amerikaner hatten im vergangenen Jahr selbst für die Schweizer geboten, waren aber am Widerstand des Managements gescheitert. Monsanto ist stark im Geschäft mit Saatgut. Doch dem Konzern fehlt es an Masse und attraktiven Produkten im Pflanzenschutz. Die Fusion von Dupont und Dow Chemical setzt Monsanto nicht nur im Heimatmarkt USA schwer unter Druck.

Kein Wunder also, dass Monsanto derzeit den intensiven Kontakt zu den Konkurrenten sucht – auch zur Leverkusener Bayer AG. Es gilt aber als ausgeschlossen, dass die Deutschen ihr komplettes Agrargeschäft abgeben. Die Sparte stehe nicht zum Verkauf, hat der Vorstand auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz unterstrichen. Dies würde auch komplett der neuen Bayer-Strategie widersprechen. Das Unternehmen positioniert sich seit Anfang Januar als integrierter Life-Science-Anbieter, seine verbliebenen Sparten Medizin und Agrochemie sollen voneinander profitieren.

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Übernimmt BASF gar Monsanto?

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